Rhein-Sieg Eisenbahn-Gesellschaft: RSE fährt auf der Erfolgsspur

Rhein-Sieg Eisenbahn-Gesellschaft : RSE fährt auf der Erfolgsspur

Ohne großes Brimborium und ohne großen Bahnhof stellte die RSE, die Rhein-Sieg Eisenbahn GmbH in Beuel, ihr diesjähriges Programm der Touristikfahrten vor – wie seit 2010 in jedem Frühjahr. Ab Mai bietet die RSE regelmäßige Fahrten mit ihren historischen MAN-Schienenbussen an.

Boris Preiß, der Leiter des Touristikprogramms hat einige seit Jahren bewährte Ziele mit neuen Zielen ergänzt. „Es waren hauptsächlich die Fahrgäste“, berichtet er, „die uns auf neue Ziele aufmerksam gemacht haben“. Nicht jeder Vorschlag kann umgesetzt werden, denn die Strecke muss auch befahrbar sein, was gerade auf Nebenstrecken nicht immer der Fall ist.

So musste er, erzählt er weiter, erst einmal jeden Streckenvorschlag abfahren, teilweise auch abgehen, und so manchen Abschnitt vom Wildwuchs der Pflanzenwelt befreien. 15 Fahrten mit 15 unterschiedlichen Zielen bietet die RSE in diesem Jahr an. Hinzu kommen individuelle Fahrten verschiedenster Gruppen oder Organisationen. „Diese Eventfahrten“, so der Geschäftsführer Lothar Wenzel, „werden immer begehrter. Und wenn das Jahr so verläuft, wie das derzeit aussieht, dann kommen noch einmal 15 Fahrten hinzu“.

Neu hinzugekommen sind unter anderem die Fahrten zum Kloster Eberbach in Eltville, zu den ‚Stoomtreindagen‘ (Dampfzugtagen) in Simpleveld (NL), sowie zum Weihnachtsmarkt nach Münster. Auch die Fahrt zur Burg Olbrück – zuerst mit dem Schienenbus bis nach Brohl, ab da weiter mit dem Dampfzug der Brohltalbahn nach Niederzissen und einer sich anschließenden Wanderung zur Burg – hört sich sehr vielversprechend an. „In unseren Preisen“, sagt Preiß, „sind alle Nebenkosten für Führungen oder Eintritte bereits enthalten“. Nur für die eigene Verpflegung muss gesorgt werden, obwohl ein Frühstück im Schienenbus ebenfalls im Preis enthalten ist.

Wenzel kann als Geschäftsführer der GmbH auch auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken. „Wir sind mit etwas mehr als einer schwarzen Null herausgekommen“, sagt er, „und befinden uns auf einem guten Weg der Ergebnisverbesserung“. Dazu beigetragen haben viele kleine Maßnahmen, wie beispielsweise die Buchhaltung komplett ins Haus zu holen, Verbesserungen in der Werkstatt oder in den Abläufen. „Wir dürfen jetzt auch HUs durchführen“, sagt er nicht ohne Stolz.

Also Hauptuntersuchungen für Loks, vergleichbar mit dem TÜV bei Autos. Nur dass solch eine HU nicht wenige Stunden, wie beim Auto, dauert, sondern in der Nettozeit einen Monat, brutto können das auch drei Monate werden. Fremdaufträge hierzu sowie der Güterzugverkehr sollen als zusätzliche Verbesserung des Firmenergebnisses ausgebaut werden.

Verbesserungen verspricht sich Wenzel auch von einer Ausbildungsoffensive für seine Mitarbeiter. Derzeit sind zehn Mitarbeiter in Beuel angestellt. Hinzu kommen viele Ehrenamtler und zahlreiche Externe über ganz Deutschland verteilt.

Wie er sich für seine Mitarbeiter einsetzt, sieht man am Beispiel eines Schlossers in der Werkstatt. Seit vielen Jahren ist er ein sehr guter, sehr zuverlässiger Mitarbeiter. Doch er hat keinen Ausbildungsabschluss. Wenzel möchte für ihn erreichen, dass er einen Titel „ehrenhalber“ durch die IHK verliehen bekommt. Von solch einem Chef kann man als Mitarbeiter doch nur träumen!

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