Kommentar: Rosenkrieg am Rosenbach

Kommentar : Rosenkrieg am Rosenbach

Bei allem Verständnis für lärmgeplagte Nachbarn: Der Streit in Pützchen weckt Erinnerungen an ähnliche Fälle. Auf der Kirchwiese in Holzlar spielten Generationen von Kindern Fußball. Dann wurden drumherum Häuser gebaut, die neuen Nachbarn fühlten sich gestört, zogen vor Gericht, und die Kinder waren die Verlierer.

Seit 1905 existiert der Sportplatz in Pützchen. Die Häuser in der Straße Rosenbach folgten deutlich später. Einige Nachbarn fühlen sich vom Verein belästigt: Der Staub des Aschenplatzes, der Trainings- und Spielbetrieb des Vereins und vor allem die Aktivitäten im Clubheim stören einige Anlieger.

Dass ein Verein mit mehr als 1000 Mitgliedern und intensiver Jugendarbeit auch eine wichtige sozialpolitische Aufgabe übernimmt, scheint in der Diskussion keine Rolle zu spielen. Aber alles Lamentieren von beiden Seiten hilft nicht weiter. Sportamt, Politiker und Vereinsvertreter sind verpflichtet, eine für beide Seiten verträgliche Lösung zu finden. Da ein Kompromiss nahezu unmöglich erscheint, wird wohl die Verlagerung des TuS Pützchen mittelfristig unausweichlich sein.

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