Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn: "Rent a scientist" für den Leistungskurs Biologie

Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn : "Rent a scientist" für den Leistungskurs Biologie

Hohen Besuch hatte kürzlich der Leistungskurs Biologie am Kardinal-Frings-Gymnasium: Die Bio-Medizinerinnen Anna Euteneuer und Julia Fischer hielten Vorträge vor 16 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrer Markus Möhring.

Hohen Besuch hatte kürzlich der Leistungskurs Biologie am Kardinal-Frings-Gymnasium: Die Bio-Medizinerinnen Anna Euteneuer und Julia Fischer hielten Vorträge vor 16 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrer Markus Möhring. Organisiert wurde der Besuch von der Initiative "Rent a scientist", einer Initiative des Bonner Forums Biomedizin, die von Kathrin Sommer koordiniert wird. Durch das Projekt soll der Kontakt zwischen Schule und Universität gestärkt werden.

Anna Euteneuer stellte den Schülern ihre Dissertation vor, in der sie sich mit einem Transportprotein in Nierenzellen beschäftigt hat: Der Organische Anionentransporter 1 (OAT 1) trägt maßgeblich zur Ausscheidung von Medikamenten bei. Wechselwirkungen von Arzneimitteln und Nebenwirkungen werden bei Frauen häufiger beobachtet als bei Männern. "Der Verdacht liegt nahe, dass es bei der Herstellung von OAT 1 bei Mann und Frau Unterschiede gibt. In männlichen Ratten konnte man bereits eine höhere OAT-Proteinmenge als in weiblichen feststellen", sagte Euteneuer.

Die 28-jährige Wissenschaftlerin, die 2010 am Tannenbusch-Gymnasium Abitur machte, hat in ihrer Dissertation an der Uni Köln jedoch nicht die Proteinmengen, sondern deren Produktionsprozess untersucht. So ist die "transkriptionelle Regulation" ein entscheidender Prozess in Zellen zur Herstellung von Proteinen. Der Bauplan der Zelle, die DNA, wird speziell kopiert, sodass die Informationen leichter transportiert werden können. Der kleine Bauplan (mRNA) enthält Informationen für einzelne Steine und kann in den Zellen umgesetzt werden. Das fertige Produkt ist dann ein weiterer Baustein (Protein) für die Zelle. Euteneuer erklärte: "Natürlich sind alle Vorgänge in den Zellen gut kontrolliert. So kann man sich einen Baugutachter vorstellen, der einen Überblick hat, und weiß, wann er bestimmte Bausteine benötigt."

Aufgrund der unterschiedlichen Proteinmengen in Ratten und der Beobachtung bei Patienten stelle sich, so Euteneuer, die Frage, ob geschlechtsspezifische Faktoren wie Östrogen oder Testosteron einen Einfluss auf die Bauleiter (Transkription) haben.

Vorträge kamen bei Schülern gut an

Bereits am 26. März referierte die Biomedizinerin Julia Fischer von der Universität Bonn über die Bedeutung von Gliazellen, welche die Hälfte aller Zellen im Gehirn ausmachen.

Die Forschung belegt, dass Gliazellen nicht nur "Leim" (Glia) sind, sondern für die Informationsverarbeitung und Weiterleitung von großer Bedeutung sind. Auch an Erkrankungen des Zentralen Nervensystems können Gliazellen beteiligt sein. In ihren Vortrag ging Fischer auf die verschiedenen Typen der Gliazellen ein, nannte Beispiele für ihre Funktion und erläuterte, was beim Ausfall der Gliazellen passieren kann.

Bei den Schülern des Leistungskurses Biologie kamen die Vorträge der Wissenschaftlerinnen gut an. "Das waren sehr hilfreiche und interessante Vorträge, die interessante Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit und ihre Methoden gaben", sagte Lea, die nach dem Abi Biologie studieren möchte." Und Paul: "Prima, dass man kurz vor dem Abi so tiefe Einblicke in Forschung und Wissenschaft bekam und auch sein Wissen überprüfen konnte. Ich möchte vielleicht Medizin studieren. Bin mir aber noch nicht sicher. Die Vorträge haben mir bei meiner Entscheidung aber durchaus weiter geholfen."

Biologie-Lehrer Markus Möhring kündigte die Fortsetzung der wissenschaftlichen Vorträge im Kardinal-Frings-Gymnasium für das nächste Schuljahr an.

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