Im Lummerland wird's eng: Raumprobleme in der OGS in Küdinghoven

Im Lummerland wird's eng : Raumprobleme in der OGS in Küdinghoven

Die Elterninitiative fordert Politik und Verwaltung auf, gegenüber der Ennertschule auf der Fläche des ehemaligen Kindergartens Pützchensweg einen Erweiterungsbau für die OGS zu errichten.

Das tägliche Mittagessen wird in drei Schichten gereicht – 55 Stühle sind für 165 Kinder zu wenig. Seit Jahr und Tag beschäftigt sich der Vorstand der Elterninitiative Lummerland mit der Raumnot in der Ennertschule. Aus dem städtischen Schulamt empfängt der Verein zwar seit geraumer Zeit das Signal, dass der Missstand bekannt sei und die Grundschule sich auf einem vorderen Platz der Prioritätenliste befinde – dabei ist es aber stets geblieben. Ernstzunehmende Verbesserungsvorschläge sind Fehlanzeige.

Nun sind die Eltern selbst aktiv geworden und haben mittels Bürgerantrag einen öffentlichen Hilferuf in Richtung Stadt Bonn gesendet. In dem Schreiben fordert die Elterninitiative Lummerland Politik und Verwaltung auf, gegenüber der Ennertschule auf der Fläche des ehemaligen Kindergartens Pützchensweg einen Erweiterungsbau für die OGS zu errichten. Außerdem soll die Fachverwaltung prüfen, welche Fördermittel für den Neubau bei Land und Bund abrufbar sind. „Wir haben bereits mehrere Anläufe für eine neue Mensa unternommen, aber unsere Initiativen sind meistens im Sande verlaufen“, erklärte Frank Tesch, Vorsitzender des OGS-Trägervereins, bei einem Ortstermin in der Ennertschule.

Schülerzahlen steigen stetig

Ein Problem, das sich den Eltern über Jahre gestellt hat ist, dass im Schulentwicklungsplan eine Reduzierung der Ennertschule von drei- auf zweizügig prognostiziert war. Weshalb die Stadt mit einem Erweiterungsbau vorsichtig war. In Wirklichkeit haben sich die Schülerzahlen aber in die andere Richtung entwickelt. „Im Neubaugebiet am Sonnenhang leben viele Familien, die ihre Kinder zur Ennertschule schicken, weshalb die Schülerzahlen stetig steigen. Derzeit werden an der Grundschule etwa 260 Kinder unterrichtet. Davon besuchen 165 die OGS und 40 die Übermittagsbetreuung“, erklärte die Stadtverordnete Fenja Wittneven-Welter (SPD).

Martin Eßer (FDP), der gemeinsam mit seinen Kollegen von CDU und SPD eine Koalition in der Bezirksvertretung bildet, erinnerte daran, dass dem Verein Lummerland auch zusätzliche Gruppenräume fehlten: „Besprechungen des Mitarbeiterteams finden oft im Stehen statt.“ Der zweite Vorsitzende von Lummerland, Torsten Jark, betonte, dass die OGS viele Anfragen von Eltern negativ bescheiden muss: „Das Auswahlverfahren um zu ermitteln, welche Familie bei uns einen Platz bekommt, ist für die Jury nicht angenehm, weil wir wissen, dass wir viele Eltern enttäuschen müssen.“

Die Politik signalisierte dem Verein Unterstützung. „Wir benötigen von der Schulverwaltung einen genauen Zeitplan für die dringend erforderliche Erweiterung. Die OGS benötigt Planungssicherheit“, erklärte Wittneven-Welter. Die Politiker untermauern den Handlungsbedarf mit dem Argument, dass in Ramersdorf bereits das nächste Baugebiet in Planung ist – und zwar auf den Anbauflächen der Gärtnerei Kissener am Landgrabenweg. „In der Mai-Sitzung der Bezirksvertretung Beuel mussten wir den Bürgerantrag leider vertagen, weil die Stellungnahme der Verwaltung nicht rechtzeitig vorlag, aber in der nächsten Sitzung werden wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigen“, sagte Eßer.

Die Bezirksvertretung Beuel tagt am Mittwoch, 19. Juni, ab 17 Uhr im Rathaus Beuel, Friedrich-Breuer-Straße 65.

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