Stadtentwicklung und Beethoven 2020: Raum für Experimente

Stadtentwicklung und Beethoven 2020 : Raum für Experimente

Im geplanten Stadtlabor entwickeln Kreative und Netzwerker für Beethoven 2020 und Bonn-Apps. Im „BonnLab“ haben bereits einige Initiativen ein Dach gefunden, wie etwa „Bonnections“.

„Hier entstehen Kooperationen und Netzwerke, die mit keinem Geld der Welt bezahlbar sind“, sagt Johanna Schäfer. Sie eröffnet am Samstag, 7. Mai, das erste Bonner Stadtlabor mit dem Raum „BonnLab“ an der Zingsheimstraße 2/Ecke Limpericher Straße.

„Das ,BonnLab' ist ein Ort der Vernetzung und des Austausches verschiedener Projekte zur Entwicklung der Stadt Bonn. Wir wollen Städtebau partizipativ und aktiv mitgestalten“, erklärt die angehende Architektin. Sie hat sich in ihrer Bachelorarbeit im Fach Architektur an der Alanus Hochschule in Alfter mit dem Thema Stadtentwicklung und Beethoven 2020 beschäftigt und dabei sechs Sparten herausgearbeitet, um den 250. Geburtstag des Komponisten und berühmten Sohn Bonns modern in Szene zu setzen.

Für die von ihr so benannten Bereiche „#LudwigFun“ (Kunst, Theater), „#BeatHeaven“ (Musik, Hochkultur), „#BeeFit“ (Sport), „#BeetHöfe“ (Architektur, Wohnen), „LudwigsFarm“ (Urban Gardening) und „#BeetHafen“ (Rhein, Klima) entwickelt sie unterschiedliche Projekte und arbeitet mit Kooperationspartnern zusammen. „Es geht darum, Beethoven in der Neuzeit zu definieren. Ich nenne es gemeinnützige Projektentwicklung, denn ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Zukunft und die Zukunft der Stadt gemeinsam gestalten sollten“, sagt Schäfer.

Ein spannendes Labor

Sie ist derzeit in der Stadtplanung und im Baumanagement beschäftigt und betreibt das Stadtlabor in ihrer Freizeit. Im „BonnLab“ haben bereits einige Initiativen ein Dach gefunden, wie etwa „Bonnections“. „Unsere multikulturelle Initiative ist aus der Flüchtlingsarbeit entstanden und möchte eine Plattform schaffen, um Menschen, die neu nach Bonn kommen, und Alt-Bonner zu verbinden“, sagt Sandra Prüfer.

Es wurden zum Beispiel verschiedene Erzählformate entwickelt, wie ein digitaler Blog oder ein Buchclub. „Wir möchten positiv und aus verschiedenen Perspektiven über unsere Stadt und ihre Einwohner berichten“, sagt die Journalistin. Die Initiative trifft sich in den ungeraden Kalenderwochen jeweils donnerstags – die Uhrzeit wird wie auch die Öffnungszeiten des Stadtlabors beim Eröffnungsfest am 7. Mai bekanntgegeben.

„Bonnections“ hat bereits erste gemeinsame Projekte mit einer anderen Initiative, „Bonnup Records“ geplant. „Wir sind eine Plattform für Künstler und junge Talente und möchten die Kulturszene insbesondere in Beuel voranbringen“, sagt Riad Nassan, der das Projekt gemeinsam mit Eddi Bukermawi ins Leben gerufen hat. Einen regelmäßigen Treffpunkt im „BonnLab“ hat auch die Initiative „Code for Bonn“.

Gegründet von Stefan Wolfrum und Sven Hense ist es ein „Open Knowledge Lab“, eine Initiative mit Designern, Entwicklern, Journalisten und anderen, die sich regelmäßig treffen, um an nützlichen Anwendungen rund um offen zugängliche Daten zu arbeiten. Sie entwickeln Apps, die informieren, die Gesellschaft positiv gestalten und die Arbeit von Verwaltungen und Behörden transparenter machen. „Code for Bonn“ trifft sich hier jeden dritten Mittwoch. „Wir sind alle gespannt, was sie im ,BonnLab' alles entwickeln kann, das ist ja das spannende an einem Labor, es ist ein Ort zum Experimentieren“, sagt Nassan.

Das Eröffnungsfest unter dem Titel „#BNLAB1“ beginnt am Samstag, 7. Mai, um 14 Uhr und ist gleichzeitig der Start der Veranstaltungsreihe #BNLAB. Weitere Informationen und Programm zur Eröffnung gibt es im Internet unter www.projs.de.

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