Ramersdorfer Kirmes kämpft mit schlechtem Wetter

Feier auf dem Dorfplatz : Ramersdorfer Kirmes kämpft mit schlechtem Wetter

Die Ramersdofer Kirmes hatte in diesem Jahr mit dem Wetter zu kämpfen: Das Schürreskarren-Rennen fiel fast komplett ins Wasser. Daneben feierte das Fest eine Premiere.

Während der Hahneköppe am Sonntag abgesagt werden musste, fand der Frühschoppen auch im Regen statt: "Es war ein Meer aus Regenschirmen", schmunzelt Karl-Heinz Richarz vom Schürreclub. "Aber die Menschen waren da." Zum ersten Mal trat eine Live Band auf: Die Los Manolos zogen rund 180 Besucher auf den Dorfplatz. Für Richarz' Kollegen Wilfried Mermagen ist das ein persönliches Highlight: "Beim Dämmerschoppen sind auch immer Lokalpolitiker vor Ort, mit denen man bei dieser Gelegenheit gut ins Gespräch kommen kann. Das ist wunderbar für alle beteiligten Ortsvereine."

Nachdem in den vergangenen Jahren das klassische Fußballturnier am Samstagnachmittag die Besucher begeisterte, wurde in diesem Jahr das Menschen-Kicker-Turnier wiederbelebt. Dabei ist den Teilnehmern ein fester Platz an einer Kunststoffstange zugeteilt - wie bei einem echten Kickertisch. Als es das letzte Mal so ein Turnier auf der Kirmes gab, war Lukas Kuchem, Mitglied des Siegerteams SV Ennert, noch ein Kind: "Ich war acht oder neun", erinnert sich der 19-Jährige. "Aber man hat es schnell wieder raus. Man kennt sich im Team und dann ist die Koordination der Spielzüge auch an so einer Stange schnell kein Problem mehr."

Sportlich ging es am Sonntagnachmittag mit dem Schürreskarren-Rennen weiter. Für Kuchem ist das eine Familiensache: "Meinem Opa gehört der Karren und für ihn ist es eine große Freude, wenn ich damit am Rennen teilnehme." Aufgrund des anhaltenden Regens erschien nur ein Team zum Grand Prix. Dass sie keine Konkurrenz hatten, hielt Kuchem und seinen Freund Julius Wendt nicht davon ab, eine abgespeckte Version des Kurses zu laufen. Dass es dabei vor allem um die Sache selbst geht und das Rennen trotzdem ein großer Spaß ist, zeigten auch die Besucher: Ausgestattet mit dicken Jacken und Regenschirmen, kamen sie aus den beheizten Zelten, bildeten einen großen Kreis um Start und Ziel und feuerten die beiden jungen Männer mit Applaus und Pfiffen an.

Trotz des schlechten Wetters zeigten sich die Ramersdorfer gut gelaunt, sie lachten, machten Späße und freuten sich über die Gesellschaft. "Man will ja das Dorf unterstützen", antwortete Andi Fricke auf die Frage, warum er trotz des starken Dauerregens zum Fest gekommen sei. "Wir sind schließlich eine Gemeinschaft." Wie beim Sonntagsnachmittagskaffee saßen die Besucher im Zelt des Damenkomitees Grün-Weiß und unterhielten sich bei einer Tasse Kaffee. 13 verschiedene, selbst gebackene Kuchen wurden serviert: "Hier kommt der Kuchen sehr gut an", sagte eine Vertreterin des Komitees. "Deshalb kommen die Menschen auch bei so einem Regen zu uns", freute sie sich über die vielen Besucher.

Willi Ströbele hat seinen Schwiegervater Enrique Romero aus Spanien zu Besuch. "Wir wollten ihm etwas Regionales, eine Tradition zeigen", sagte er. Dadurch seien er und seine Frau nun auch zum ersten Mal auf dem Dorffest. Sein Schwiegervater ließ sich interessiert bei einem Bierchen die Tradition des Paias erklären.

Die Verbrennung der Strohpuppe bildete am Sonntagabend dann den Höhepunkt und den offiziellen Abschluss der Kirmes. "Das müssen wir jetzt machen, denn sonst hätten wir ja bis nächstes Jahr Kirmes, und das will ich euch bei dem Wetter nicht antun", scherzte Mermagen. Für die Zukunft der Kirmes wünsche er sich weitere Räumlichkeiten, sagte er. "Wir haben leider keine Dorflokalitäten oder einen Festsaal, auf die wir ausweichen könnten, falls es so wie dieses Jahr regnet." Er freue sich dennoch, dass die Ramersdorfer auch bei Regen die Kirmes zu einem Highlight machten.

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