Probleme im Verkehr: Radfahrer zeigen Unfallgefahren in Beuel auf

Probleme im Verkehr : Radfahrer zeigen Unfallgefahren in Beuel auf

Bei einer öffentlichen Fahrradtour zeigen die Teilnehmer Gefahrenpunkte in Beuel. Die Zahl der Unfälle in dem Bonner Stadtbezirk ist zuletzt deutlich gestiegen.

In Beuel ist Fahrradfahren offensichtlich besonders gefährlich: 102 verunglückte Radfahrer wies die polizeiliche Verkehrsstatistik im vergangenen Jahr für den Stadtbezirk aus. Das sei eine Steigerung um 16 Prozent, erläuterte Martin Hennicke: Während in der gesamten Stadt die Zahl der verunglückten Radfahrer um fünf Prozent gesunken sei, sei sie in Beuel gestiegen, so der Sprecher der Beueler SPD. „Grund genug, sich die Situation einmal selber vor Ort anzusehen“, habe man sich daher gedacht und am Mittwochnachmittag zu einer öffentlichen Fahrradtour zu den wichtigsten Problempunkten eingeladen.

Treffpunkt war um drei Uhr am Beueler Rheinufer und fast hätte die Veranstaltung selber mit einem Unfall begonnen: Die knapp 30 Radler hatten eine vorbeistrampelnde Seniorin offenbar so irritiertt, dass sie etwas aus dem Tritt kam. „Leider gehen nicht alle Vorfälle so glimpflich ab“, so Hennicke erleichtert: Obwohl nur etwa zwölf Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt würden seien 29 Prozent aller Verunglückten im Bonner Verkehr Fahrradfahrer. Bei den Schwerverletzten und Getöteten liegt die Zahl mit 36 Prozent sogar noch höher. Vom Treffpunkt am Rhein machten sich die Teilnehmer der Tour auf den Weg zu den Unfallbrennpunkten im rechtsrheinischen Stadtgebiet:

Erster Stopp war nahe der Kennedybrücke: „Ein simples Stoppschild würde hier schon viel bewirken“, ist Gerhard Baumgärtel überzeugt. Das ADFC-Mitglied bemängelte wie viele andere die Situation am Ende der Brücke, wo die Fahrbahnen verschwenken und es immer wieder zu Konfliktsituationen und auch Unfällen der geradeausfahrenden Radler mit rechtsabbiegenden Autos kommt. Hinzu komme, dass die Radwege auf der Brücke selber schlecht markiert seien, so die Bezirksverordnete Petra Maur.

Der nach Meinung vieler Teilnehmer neben der Brücke größte Problemschwerpunkt liegt direkt nebenan: Der Konrad-Adenauer-Platz habe eine unübersichtliche Verkehrsführung, biete nur mangelnde Sicht und unsichere Straßenquerungen und Behinderungen durch Autos und Busse. Dazu komme, dass man wegen kleiner Planungsfehler geradezu zum Brechen mancher Regeln verleitet würde: Wer zum Beispiel von der Friedrich-Breuer-Straße geradeaus zum Rhein wolle, dürfe zwar den letzten, als Einbahnstraße ausgewiesenen Teil offiziell auch gegen die Fahrtrichtung benutzen, könne aber nicht legal dorthin gelangen, so Mitorganisator Maximilian Blech.

Weitere Stationen der Tour waren dann noch die Obere Wilhelmstraße, die Unterführung unter der Bahnstrecke zur Königswinterer Straße und deren Kreuzung mit der Siegburger Straße. Die nach Meinung von Teilnehmer Thomas Meyer-Eppler „gefährlichste Ampel Bonns“ lag allerdings nicht auf der Strecke: Die Ampelschaltung an der Kreuzung Reinold-Hagen-Straße mit der Bundesstraße 56 ist seiner Meinung nach „unmöglich“.

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