Einrichtung in Vilich: Quartiersmanager verlässt Heilpädagogisches Heim

Einrichtung in Vilich : Quartiersmanager verlässt Heilpädagogisches Heim

Michael Heine, Quartiersmanager des Landschaftsverbands Rheinland (LVR), verlässt Beuel. Der Erfinder der Initiative „Mitten im Leden“, räumt an diesem Donnerstag sein Büro in der Adelheidisstraße in Vilich.

„Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, aber ich bin ehrlich, ich verlasse Vilich ungern. Ich habe hier mit vielen Menschen zusammenarbeiten dürfen, die ich sehr schätzen gelernt habe“, sagt Heine. Dreieinhalb Jahre war der smarte Manager für die Menschen mit Behinderung auf dem Gelände des ehemaligen Heilpädagogischen Heims (HPH) an der Stiftsstraße und die Bewohner in der Nachbarschaft Ansprechpartner. Heine organisierte, konferierte, moderierte und kreierte. Was sein Klientel an ihm schätzte, war sein stets offenes Ohr für die Probleme im Quartier.

Zahlreiche Veranstaltungen, die im Dunstkreis der Stiftskirche Sankt Peter stattgefunden haben, hat er organisiert. „Dabei bin ich auf Ehrenamtler gestoßen, die sich mit Begeisterung für das Gemeinwohl eingesetzt haben“, betont der 40-Jährige. Als die Flüchtlingswelle 2015/16 einsetzte und Wohnraum für Flüchtlinge in Bonn gesucht wurde, rückten die Menschen im HPH zusammen. 80 Flüchtlinge lebten fortan für viele Wochen auf dem Gelände an der Stiftsstraße. Gemeinsam mit Ortsvereinen, Haus Michael und dem FV Preußen Bonn wurde damals ein integratives Fußballturnier organisiert. „Wir haben die Flüchtlinge, die Menschen mit Behinderung und die Preußen-Kicker in gemischte Mannschaften aufgeteilt. Jeder kickte mit jedem“, erinnert sich Heine.

Theaterstücke, Tanzveranstaltungen, Diskussionen und Feiern haben dafür gesorgt, dass das inklusive Projekt „Mitten im Leden“ so bekannt wurde, dass Heine es bundesweit auf Fachmessen und -tagungen vorstellen durfte. Allerdings musste der Quartiersmanager auch negative Erfahrungen machen: „Wenn es um die Vorstellung des Bauvorhabens der Bonava ging, haben einige wenige Beueler Sachlichkeit vermissen lassen. Da sind auch schon mal Worte gefallen, die mehr als überflüssig waren“, bedauert er. Dass das neue inklusive Wohnquartier, das ab 2023 ungefähr 350 Menschen Wohnraum bieten wird, ein Erfolg wird, davon ist Heine überzeugt. „Dass Menschen mit und ohne Behinderung in einer solchen Größenordnung zusammenleben werden, ist nach meinem Kenntnisstand in Deutschland einmalig“, so Heine.

Sein letztes Projekt, die Anschaffung einer Fahrrad-Rikscha für das Quartier, hätte er fast nicht zum Abschluss bringen können: „Der Hersteller hatte Lieferschwierigkeiten. Aber nun ist die Rikscha in meiner letzten Arbeitswoche doch noch eingetroffen.“ Der Kauf des 7300 Euro teuren Vehikels hat das GA-Weihnachtslicht mit 2500 Euro finanziell unterstützt.

Und wer wird Heines Nachfolger? „Das steht noch nicht fest. Übergangsweise werden meine Kollegen Alexandra Vollbach und Björn Berger die Aufgaben übernehmen. Sie sind über die bekannte Telefonnummer des Quartiersbüros erreichbar“, so Heine selbst. Und was ist für 2019 geplant? Heine: „Eine Stadtteilkonferenz mit dem Namen 'Vielfalt in Vilich'. Die städtische Jugendpflegerin Lou Krahnke und ich haben das Treffen vorbereitet, an dem alle Einrichtungen des Ortes teilnehmen werden“, kündigt Heine an.

Das LVR-Quartierbüro in Vilich in der Adelheidisstraße 18 ist täglich erreichbar unter Tel. 02 28/8 86 80 85 12.

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