Politiker lehnen Pfandsystem bei Pützchens Markt ab

Politiker lehnen Pfandsystem bei Pützchens Markt ab

Zwischen Politik und Verwaltung bahnt sich ein Streit an: Der Vorschlag der Stadt, für Pützchens Markt ein Pfandsystem einzuführen, stößt bei vielen Beueler Politikern auf Ablehnung.

Beuel. Zwischen Politik und Verwaltung bahnt sich ein Streit an: Der Vorschlag der Stadt, für Pützchens Markt ein Pfandsystem einzuführen ( der GA berichtete), stößt bei vielen Beueler Politikern auf Ablehnung. Deshalb richten CDU, SPD, Grüne und FDP für die Sitzung der Bezirksvertretung einen Dringlichkeitsantrag an die Verwaltung. Darin bitten die vier Parteien, die Pfandregelung nicht einzuführen.

Die Notwendigkeit einer für alle Schausteller und Betreiber geltenden Pfandregelung bei Getränkebehältern wird von den Antragstellern nicht gesehen. "Bereits seit vielen Jahrzehnten zeigt gerade Pützchens Markt beispielhaft, wie eine Mehrwegregelung bei Getränken auch ohne zwingende Vorschriften und umständliche Pfandregelung funktioniert", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Schaper.

PüMa total Alles über den Riesen-Rummel unter www.puetzchens-markt.deGetränke in Plastikbechern seien auf dem Jahrmarkt eine wahre Seltenheit. Die Getränke würden regelmäßig und überall in Gläsern ausgegeben. "Umweltfreundlich ist dieses Mehrwegsystem bereits von Anfang an."

"Bisher waren auf der Beueler Taditionskirmes keine Probleme durch ein Übermaß an Glasscherben in den Betrieben oder auf den Wegen festzustellen", blickte CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Dederichs zurück. Leere Gläser seien auch ohne Pfandregelung zurückgebracht oder wieder eingesammelt worden.

"Probleme mit Scherben auf dem Jahrmarkt sind auch nicht in Jahresberichten der Verwaltung genannt worden. Von daher verwundert die Antragsteller das unabgestimmte Vorgehen der Verwaltung ohne Beteiligung der Gremien", ärgerte sich Schaper.

Weder wurde in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Beuel beim Tagesordnungspunkt Pützchens Markt angekündigt, dass entsprechende Pfandregelungsüberlegungen bestehen, noch konnten bisher repräsentative Meinungen der Schausteller und Budenbetreiber vorgelegt werden.

"Aus Verbrauchersicht sind die Überlegungen ebenfalls abzulehnen, da eine Glaspfandregelung finanziell von den Verbrauchern zusätzlich finanziert werden muss", sagte Schaper. "Die Besucher sollen wie in den Jahren vorher ihre Getränke aus Gläsern und ohne zusätzliche Kosten und Umstände genießen können, genau dies ist verbraucherfreundlich", äußerte sich Dederichs.

"Durch das Pfand ist mit weniger Glas- und Porzellanbruch zu rechnen, und somit können mit Sicherheit die Ressourcen geschont und die Abfallmenge reduziert werden. Außerdem sparen die Schausteller damit einige Kosten", erläuterte Eva-Maria Zwiebler, Leiterin der Bürgerdienste, den städtischen Vorstoß.

Nach Auskunft der Verwaltung sind in der Vergangenheit bei Pützchens Markt einige tausend Gläser zu Bruch gegangen. Im Vorfeld hatten die Mitarbeiter der Bürgerdienste bereits Gespräche mit Vertretern des Schaustellerverbandes, der Betreiberin der Bayern-Festhalle sowie weiteren Schaustellern geführt. "Sie begrüßen die Einführung dieses Pfandsystems", so die Amtsleiterin. Der Pfandpreis soll mindestens einen Euro betragen.

Die Sitzung der Bezirksvertretung Beuel beginnt am Mittwoch um 17 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses Beuel, Friedrich-Breuer-Straße 65.

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