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Schule "Om Berg": Politik stellt Neubau infrage

Schule "Om Berg" : Politik stellt Neubau infrage

Dass sich am Schulgebäude "Om Berg" etwas tun muss, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Der Bürgerverein Hoholz allerdings kritisiert die Pläne von Politik und Verwaltung, die Grundschule abzureißen und durch einen Neubau für geschätzte sieben Millionen Euro zu ersetzen (der GA berichtete).

"Wir sind unbedingt für die Verbesserung der Situation. Allerdings sollte auch die Variante Sanierung ernsthaft in Erwägung gezogen werden", sagte Tilo Schumann aus dem Vorstand gegenüber dem GA. Selbst wenn ein Neubau tatsächlich unumgänglich sei, kritisiert der Bürgerverein die Umsetzung. Das geplante Gebäude sei ein massiver "kasernenähnlicher Block", der sich nicht ins Ortsbild einpasse, so Schumann. Auch seien die Anwohner bislang nicht ausreichend einbezogen worden.

Ganz anders wird das Thema jedoch beim benachbarten Bürgerverein Roleber-Gielgen gesehen. "Den schon lange dringend nötigen Neubau begrüßen wir ausdrücklich", sagte die Vorsitzende Helene Schatz-Leckband. Schüler und Mitarbeiter benötigten die größeren Räumlichkeiten, um konstruktiv arbeiten zu können.

Nach einem Beschluss zum Neubau im April 2013 sollte eigentlich schon in diesem April mit dem Bau begonnen werden. Die Vorplanung sei inzwischen fertiggestellt und werde derzeit noch verwaltungsintern abgestimmt, hieß es gestern auf Anfrage beim städtischen Presseamt. Im kommenden Jahr sollen die Entwürfe dann den politischen Gremien vorgelegt werden. Als Baubeginn sei nun Ende 2015/Anfang 2016 angepeilt.

Auch in der Sitzung des Betriebsausschusses des städtischen Gebäudemanagements (SGB) am Mittwochabend war der geplante Neubau Thema. "Die Verwaltung begründet den Neubau damit, dass das Gebäude nicht sanierungsfähig ist. Warum nicht? Bei einem Projekt, das sieben Millionen Euro kosten soll, würde ich schon gerne genau wissen, ob es nicht zu einem kleineren Betrag hätte saniert werden können", sagte Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn (BBB), der eine entsprechende Anfrage zum Thema gestellt hat.

Das Gebäude weise bauliche Mängel auf, vor allem aber auch erhebliche Mängel im Bereich des Brandschutzes, sagte Marion Duisberg vom städtischen Gebäudemanagement. So sind die Stahlstützen in den Fluren, Treppenhäusern und an der Fassade laut SGB ohne ausreichenden Feuerwiderstand, deren Verkleidungen außerdem asbesthaltig. Es würden auch zusätzliche Räume gebraucht. Eine Sanierung sei also schlicht nicht wirtschaftlich.

Zufriedengeben wollten sich die Ausschussmitglieder mit dieser Antwort aber nicht. "Wie gravierend sind die brandschutztechnischen Mängel? Seit wann sind sie bekannt? Bei der Bevölkerung haben sich Fragen ergeben, die noch nicht beantwortet worden sind", so SPD-Ratsherr Dieter Schaper. Auch er würde gerne wissen, wie genau begründet werde, dass das Gebäude nicht sanierungsfähig sei, pflichtete ihm Rolf Beu (Grüne) bei. Das SGB will nun ausführlich begründen, wie der Werdegang des Projektes war.