Politik in Beuel hofft auf eine Beschleunigung des ÖPNV-Verkehrs

ÖPNV soll schneller werden : Stadt schaltet Fußgängerampel am Konrad-Adenauer-Platz ab

Die Bezirksvertretung Beuel will den Bus- und Bahnverkehr am Konrad-Adenauer-Platz beschleunigen. Dazu wird ab Dezember probeweise eine Fußgängerampel am Konrad-Adenauer-Platz für sechs Monate abgeschaltet.

Die Fußgänger, die den Konrad-Adenauer-Platz am Übergang Von-Sandt-Straße/Gottfried-Claren-Straße überqueren, müssen ab nächsten Monat auf einen anderen Fußgängerüberweg an der B56 ausweichen. Grund: Die seit Jahren umstrittene Fußgängerampel wird nun doch für ein halbes Jahr probeweise gesperrt. Das hat die Bezirksvertretung Beuel am Mittwochabend im zweiten Anlauf mit knapper Mehrheit beschlossen.

Auch die zweite Debatte verlief äußerst kontrovers. Vor allem die Fraktionsmitglieder der Grünen versuchten, ihre Kollegen aus den anderen Parteien umzustimmen. „Dem Überweg wird von der Verwaltung eine völlig falsche Bedeutung beigemessen. Es geht hier um einen Zeitgewinn von maximal 20 Sekunden“, echauffierte sich Karl Uckermann. Das rechtfertige keinesfalls, dass man Fußgängern eine wichtige Straßenquerung entziehe. Peter Esch, Leiter des Bonner Tiefbauamts, hielt dagegen: „Die Testphase wird zeigen, ob der Zeitgewinn sich positiv auf den Verkehrsfluss zwischen Bonn und Beuel auswirkt.“ Und Ralf Laubenthal (SPD) ergänzte, dass es ausreichend Alternativen zum besagten Überweg gebe.

Zu viele Verspätungen von Bussen und Bahnen

Marco Rudolph (CDU) sprach sich eindeutig für den Test aus: „Alle regen sich in Bonn und Beuel darüber auf, dass Busse und Bahnen sich ständig verspäten. Jetzt besteht vielleicht die Möglichkeit, bis zu 20 Sekunden Zeit zu gewinnen, weil der ÖPNV an dieser Stelle nicht länger an einer roten Ampel stehen muss. Vielleicht erreichen wir damit mehr Pünktlichkeit.“ Der Konter von Doro Schmitz (Die Grünen) blieb nicht aus: „Für 20 Sekunden Zeitgewinn schaffen wir an dieser verkehrsträchtigen Stelle Fußgängerverkehr ab. Eine tolle Idee.“

In dem Beschluss der Bezirksvertretung wird die Stadtverwaltung aufgefordert, kurz vor Beendigung der Testphase unter Einbindung der Stadtwerke über die Auswirkungen der Abschaltung auf die Bahnlinien 66 und 62 sowie auf den Bus- und Fußgängerverkehr zu berichten. Außerdem soll die Stadt einen Vorschlag unterbreiten, wie es an dieser Stelle am Konrad-Adenauer-Platz weiter gehen soll. Gefragt, wann die Stadt Bonn die Ampel abschaltet, antwortete Peter Esch: „Der Beschluss der Bezirksvertretung Beuel stellt eine Empfehlung an den Hauptausschuss dar. Die Stadt bringt jetzt eine Dringlichkeitsentscheidung auf den Weg, damit sich so schnell wie möglich die erwarteten positiven Effekte auf Bus und Bahn auswirken. Wenn die Dringlichkeitsentscheidung getroffen wurde, kann der Überweg ein bis zwei Tage später gesperrt werden.“

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