Weniger Schadstoffe durch GTL Fuel: Personenschiff "Rheinprinzessin" wird umweltfreundlicher

Weniger Schadstoffe durch GTL Fuel : Personenschiff "Rheinprinzessin" wird umweltfreundlicher

Die "Rheinprinzessin" wird sauberer, ein neuer Kraftstoff soll den Schadstoffausstoß verringern. Kapitän Bernhard Vogel will seine Erfahrung an die Bonner Personenschifffahrt weitergeben.

Für Bernhard Vogel und seine Bootsbesatzung beginnt an diesem Wochenende eine ganz spannende Testphase. Die Schifferfamilie aus Beuel hat im vergangenen Jahr die Rheinprinzessin mit einer neuen Motorengeneration ausgestattet und startet jetzt den Versuch, mit einem neuen Kraftstoff den Schadstoffausstoß des Personenschiffs zu verringern.

„Nachdem ich in einer Fachzeitschrift davon gelesen habe, habe ich mit einigen Kollegen, mit dem Motorenhersteller und mit dem Vertreiber des neuen Kraftstoffs gesprochen. Alle haben bislang nur gute Erfahrungen mit GTL Fuel gemacht“, erklärte Bernhard Vogel. Dieser synthetische Kraftstoff erobere jetzt nach und nach auch die Binnenschifffahrt. Auf der hohen See käme er schon seit einigen Jahren zum Einsatz, so der 74-Jährige.

Der neue Kraftstoff ist laut Vogel zwar 15 Prozent teurer als herkömmliches Diesel, aber der Mehrpreis stört ihn nicht: „Wenn ich damit etwas für die Umwelt tun kann, bin ich gerne dazu bereit.“ Er will die höheren Kosten nicht auf den Fahrpreis für die Kunden aufschlagen.

Bei seinen Testfahrten am Wochenende will Vogel vor allem auf drei Aspekte achten: Laufleistung der Motoren, Kraftstoffverbrauch und vor allem auf die Geruchsentwicklung. „Angeblich soll man den neuen Kraftstoff nicht riechen können. Wenn das stimmt, wäre das alleine schon ein riesiger Fortschritt. Diesel hat man immer gerochen, vor allem bei Gegenwind“, betonte Bernhard Vogel.

10.000 Liter GTL Fuel hat die Rheinprinzessin am Freitagmorgen in ihren Tank gefüllt bekommen. Der Tank musste nicht geleert und gereinigt werden, man kann beide Kraftstoffe miteinander vermischen. „Es gibt derzeit in der Region nur einen Lieferanten und der sitzt an der Mosel“, sagte Vogel, der darauf hofft, dass auch die Stadtwerke Bonn (SWB) einen Testlauf mit ihren Bussen startet. „Das würde sicherlich auch der Reinhaltung der Bonner Luft dienen“, so Vogel.

Er will jedenfalls seine Erfahrungen auch an seine Kollegen von der Bonner Personenschifffahrt (BPS) weitergeben, sagte Bernhard Vogel.

Clemens Schmitz, BPS-Geschäftsführer, ist daran sehr interessiert: „Ich gehe davon aus, dass in Kürze auch die anderen Schiffseigner in Bonn ihren Kraftstoff umstellen werden.“

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