Bonner Schülerin bei TV-Casting: Paolas Komposition schafft es ins Fernsehen

Bonner Schülerin bei TV-Casting : Paolas Komposition schafft es ins Fernsehen

Unter Hunderten von jungen Musikern gelingt der 14-jährigen Vilicherin der Sprung ins Casting von „Dein Song“.

Seit acht Jahren spielt sie Klavier. Seit sieben Jahren ist sie Fan der Kika-Fernsehsendung „Dein Song“, in der Kinder und Jugendliche seit zehn Jahren um den Titel als „Songwriter des Jahres“ antreten. Nun hat Paola Cianfaglione (14) aus Vilich-Müldorf mit ihrer Eigenkomposition „Flucht“ Hunderte von Bewerbern hinter sich gelassen und gehört zu den besten 14 jungen Komponisten und zwei Songwriter-Duos, die Ende Juli ihre Eigenkompositionen bei einem Casting vor der „Dein Song“-Jury, bestehend aus dem Musikproduzent Martin Haas, Ole Specht, dem Sänger der Band „Tonbandgerät“ sowie den Songwriterinnen Mieze („MIA.“) und Elif, vorspielen konnte.

Ginge es nach Paola, würde die Geschichte an dieser Stelle bereits enden. Sie musste der Produktionsfirma, die das erfolgreiche Format für den Kinderkanal des ZDF produziert, vertraglich zusichern, kein Wort über die Ergebnisse des Castings an die Öffentlichkeit kommen zu lassen. Schließlich möchte man die Spannung für die 16-teilige Dokuserie aufrechterhalten, die erst im Frühjahr 2019 zu sehen sein wird.

Bis zur Ausstrahlung wird noch viel passieren: Nur für die besten Teilnehmer des Castings ist ein direktes Finalticket reserviert und nur sie bekommen auch direkt einen prominenten Musikpaten. Auf die anderen Casting-Gewinner wartet ein „Komponistencamp“ auf Ibiza, wo an den Eigenkompositionen unter Mithilfe von Profimusikern gearbeitet wird.

Wer dort überzeugt, kann anschließend ebenfalls mit einem prominenten Musikpaten der eigenen Komposition den letzten Schliff geben, ihn im Tonstudio aufnehmen und ein Musikvideo produzieren. Noch im letzten Jahr wurde die Sendung für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, in der schon bekannte Künstler wie beispielsweise Andreas Bourani, Johannes Oerding, Nena, Wolfgang Niedecken, Revolverheld, David Garrett, Sarah Connor oder Wincent Weiss den Nachwuchskünstlern zur Seite standen.

Einziges Instrumentalstück im Wettbewerb

Paola ist die einzige Teilnehmerin, die nicht singt, sondern mit ihrer hörenswerten Klavierkomposition „Flucht“ ein Instrumentalstück in den Wettbewerb schickt. Mit stillen und zarten sowie staccatohaft turbulenten Passagen hat sie ihren Bildern von über das Mittelmeer flüchtenden Menschen auf ihre Weise einen Ausdruck verliehen.

„Man hat mir bisher nur den Tipp gegeben, den Schluss positiver zu gestalten“, erzählt die Schülerin des St. Adelheid-Gymnasiums, die sich sofort an die Arbeit machte und den dritten und letzten Refrain ihrer Komposition mit Akkorden aus höheren Tonlagen versah, um ein gutes Ende ihres musikalischen Fluchtdramas hörbar werden zu lassen. „Das ist ein Stück mit ganz viel Gefühl“, sagt ihr jüngerer Bruder Fabian und ergänzt sichtlich beeindruckt, „man kann auf den Tasten ihre Finger nicht mehr erkennen, so schnell macht sie das.“

Noch heute ist Paola begeistert von den Castingtagen im Wiesbadener Schloss. Die beiden Moderatoren Johanna Klum und Bürger Lars Dietrich, die sie seit ihrer Kindheit aus dem Fernsehen kennt, „sind in echt noch viel netter“, sagt sie. Auch wenn sie eingesteht, furchtbar aufgeregt gewesen zu sein, ist sie mit ihrem noch geheimen Auftritt sehr zufrieden. Selbst ihre Eltern Halina und Giuseppe sowie Bruder Fabian (10), die am Castingtag dabei waren, konnten Paola nicht live erleben, sondern mussten, wie alle anderen Eltern auch, den Auftritt ihrer Kinder auf einem Monitor verfolgen.

Und kurz bevor es zu den Juryentscheidungen kam, wurde der Bildschirm dunkel. „Ganz egal, wie es wird“, sagt Paola, „die Stimmung war super.“ Man habe kein Konkurrenzgefühl untereinander gehabt. Mit Raphaela (11) aus Aalen hat sie dort schon eine gute Freundin gefunden. Natürlich hofft sie auf einen Sieg und die damit verbundene Förderung. Selbst wenn sie es nicht ins Finale schafft, sei es bis jetzt schon eine sehr gute Erfahrung gewesen.

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