Aktion vor den Ferien: Oberkasseler Schüler sammeln bei Plogging 250 Kilogramm Müll

Aktion vor den Ferien : Oberkasseler Schüler sammeln bei Plogging 250 Kilogramm Müll

Schüler des Oberkasseler Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums sammeln bei einer Plogging-Aktion Unrat und Abfälle von Grünflächen und entlang des Rheins. Insgesamt tragen die Schüler rund 250 Kilogramm Müll zusammen.

"Plogging", der sportlich-nachhaltige Trend aus Schweden, hat jetzt auch seinen Weg nach Bonn gefunden, um genau zu sein, nach Oberkassel an das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium (EKG). Denn kurz vor den großen Ferien hat die Schule, anstatt ihren alljährlichen Sporttag abzuhalten, mit allen Schülern, insgesamt mehr als 600, und dem gesamten Lehrerkollegium erstmals eine Plogging-Aktion durchgeführt. Plogging beschreibt eine neue Form der körperlichen Fitness, bei der Menschen joggen gehen und währenddessen Müll aufsammeln. Die Teilnehmer tun also nicht nur etwas für ihre körperliche Gesundheit, sondern setzen sich auch für eine saubere Umwelt ein.

„Im Unterschied zum reinen Joggen werden durch die Abwechslung von Laufen oder Walken mit dem Bücken nicht nur einzelne Muskeln beansprucht, sondern der ganze Körper“, erklärt Hubert Bretz, Lehrer für Sport und Geschichte am EKG, der den Tag organisiert hat. Auch der soziale Aspekt sei entscheidend für die Wahl der Aktion gewesen, so Bretz.

Bonnorange stiftete Handschuhe und Müllsäcke

Ausgestattet mit Handschuhen und Müllsäcken von Bonnorange, unschwer an der Signalfarbe der großen Müllbeutel zu erkennen, verteilte sich die gesamte Schülerschar in 19 Gruppen über große Teile des Bonner Stadtgebietes: von der Nordbrücke bis nach Königswinter, vom Rhein bis zum Rheinhöhenweg. Aber die Sammler beschränkten sich nicht nur auf die rechte Rheinseite, sondern waren auch in der Bonner Innenstadt auf Müllsuche unterwegs. Eine Stunde, so lautete die Vorgabe, sollte jede Gruppe in ihrem zugewiesenen Gebiet auf sportliche Weise Müll zusammentragen.

Als sich alle Schüler und Lehrer am Mittag wieder auf dem Schulhof trafen, war in den Beuteln ordentlich etwas zusammengekommen. Nahezu jeder Schüler hatte seinen Müllsack komplett gefüllt. „Wobei ich die Kaugummis nicht aufgehoben habe“, erzählt ein Schüler.

Vier weggeworfene fahrbereite Fahrräder eingesammelt

Die Sammelaktion brachte Erstaunliches zum Vorschein; so lagen am Ende vier Fahrräder – teilweise noch zu gebrauchen –, einzelne alte Räder, ein Autoreifen, ein Plastikrohr – das einem Betonmischer gehört haben könnte –, ein Einkaufswagen, Monitore, ein Verkehrszeichen und ein feststehendes Messer, das sofort der Polizei übergeben wurde, auf dem Schulhof. Gefundene Kühlschränke und Sofas, die am Wegesrand herumlagen, wurden hingegen den Mitarbeitern von Bonnorange gemeldet.

Karl, Lars und Simon aus der 5. Klasse suchten in der Rheinaue beim Haribo-Schiff. „Es war cool“, sagt Karl. „Besonders am Rheinufer fanden wir viel Müll, aber auch schon auf dem Weg dorthin“, erzählt der Schüler. Insgesamt habe ihnen die Aktion so viel Spaß gemacht, dass sie dies gerne im kommenden Schuljahr wiederholen würden.

Am Ende, so stellte Schulleiter Ulrich Drescher fest, waren 250 Kilogramm an Abfällen gesammelt worden. Mit der Filiale Oberkassel der Volksbank Köln Bonn hatte die Schule einen Sponsor gefunden, der für jedes Kilogramm einen Euro zahlt. Der Betrag, so Drescher, wird dem Bonner Verein „Bunter Kreis“ zur Verfügung gestellt, der schwer kranke Kinder betreut und unterstützt. Für die Entsorgung der Müllsäcke waren am frühen Nachmittag dann allerdings nicht mehr die Schüler zuständig, sondern die Mitarbeiter von Bonnorange.

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