Quartier für alle: Neues Awo-Stadtteilzentrum eröffnet in Beuel

Quartier für alle : Neues Awo-Stadtteilzentrum eröffnet in Beuel

Die Awo Beuel eröffnet an diesem Samtag nach 15 Monaten Bauzeit ihr neues Domizil an der Neustraße. Der GA warf vorab einen Blick in das Haus, das rund 2,3 Millionen Euro gekostet hat.

Erste Umzugskisten sind bereits abgestellt, Elektriker schließen noch schnell die Lampen an, vor der Tür werden die letzten Quadratmeter Pflastersteine verlegt: „Wir liegen sehr gut im Zeitplan“, blickt sich Frank Donner-Weyel, Vorsitzender der Beueler Awo, zufrieden in dem Neubau an der Neustraße um. „Wir werden knapp zwei Wochen später fertig werden als geplant. Aber das ist bei einem solchen Komplex durchaus akzeptabel.“

Dafür lief bei der Finanzierung des neuen Stadtteilzentrums alles glatt. „Wir haben unseren Kostenrahmen nicht nur eingehalten, sondern wir werden vielleicht am Ende noch etwas preiswerter sein als kalkuliert“, ergänzt er. Und das bei einer Investitionssumme von rund 2,33 Millionen Euro. Die Wohnungsbauförderung aus Mitteln des Bundes und der NRW-Bank steuerte 1,65 Millionen Euro bei, die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW 153.000 Euro. Die Awo wird sich mit etwa 500.000 Euro an den Kosten beteiligen.

Wie schnell und reibungslos der Neubau vonstatten ging, das zeigt auch ein Blick in den Kalender. Erst im August 2017 wurde der erste Spatenstich gemacht, an diesem Samstag feiert die Arbeiterwohlfahrt Beuel offiziell die Eröffnung ihres neuen Stadtteilzentrums. „Wir haben hier einen Ort geschaffen, an dem sich Menschen aller Generationen treffen sollen, um Zeit miteinander zu verbringen“, wünscht sich Kurt Berger, der das Haus leitet. „Wir bieten den Bewohnern des Quartiers hier Rahmen und Raum, damit sie selbst aktiv werden können“, fügt Donner-Weyel hinzu.

Notwendig war der Neubau mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern, weil das bisherige Domizil der Awo in direkter Nachbarschaft zu klein und vor allem nicht barrierefrei war. Ein Um- oder Ausbau wären jedoch wirtschaftlich und technisch nicht vertretbar gewesen. Daher entschied man sich für einen kompletten Neubau. Entstanden ist ein heller, freundlicher Komplex mit einem großen Gruppenraum, der sich durch eine Faltwand in zwei separate Bereiche trennen lässt.

Zudem gibt es im Erdgeschoss einen Büro- und Beratungsbereich sowie eine große Küche. Insgesamt verfügt der Begegnungsbereich über 290 Quadratmeter. Im Untergeschoss ist jetzt die Kleiderstube „Jacke wie Hose“ (105 Quadratmeter) untergebracht. Auch dort haben die ehrenamtlichen Helfer bereits die ersten Kleiderständer aufgebaut und bestückt.

Außerdem entstanden an der Neustraße sieben geförderte Wohnungen, von denen drei rollstuhlgerecht ausgebaut sind. Das architektonische Highlight des neuen Stadtteilzentrums liegt jedoch unter dem Dach. „Da würde man selbst gerne einziehen“, lacht Donner-Weyel und schließt die Türe auf. Über die gesamte Grundfläche erstreckt sich eine Wohnung mit sichtbaren Dachbalken, hohe Decken, bodentiefen Fenstern, Balkon und einer großen Küche.

„Hier wird eine Wohngruppe mit bis zu vier Menschen mit Handicap leben. Jeder Bewohner verfügt über ein Apartment mit eigenem Bad, zudem gibt es einen großen Gemeinschaftsbereich. Der Aufzug fährt direkt in die Wohnung. Dadurch ist das Dachgeschoss barrierefrei zu erreichen“, so Donner-Weyel. Alle Wohnungen sind längst vermietet. „Als der erste Bagger vor der Tür stand, bekamen wir schon Anfragen“, erzählt Kurt Berger. Spätestens Anfang Dezember werden die Mieter einziehen können.

Mit Fertigstellung des neuen Hauses erweitert die Awo noch einmal deutlich ihr Angebot, um gerade ältere Menschen aus der Einsamkeit zu holen. „Wir werden hier das Miteinander aller Generationen im Stadtteil verbessern. Wir haben viele Ideen. So planen wir, ein regelmäßiges Treffen für pflegende Angehörige einzurichten, und wollen in der Woche einen Mittagstisch mit hausgemachtem Essen anbieten. Auch Tanztee und ein Reparaturcafé sind im Gespräch“, so Donner-Weyel. Ein Rollator-Training, ein Tanzkurs für Senioren, Sitzgymnastik sowie Kurse für autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sind ebenfalls geplant.

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