St. Josef-Hospital: Neue Einfahrt für Rettungswagen in Beueler Klinik

St. Josef-Hospital : Neue Einfahrt für Rettungswagen in Beueler Klinik

Das St. Josef-Hospital in Beuel investiert 2,5 Millionen Euro in die Unfallchirurgie. Baubeginn für eine neue Rettungswagen-Zufahrt ist Anfang 2018.

Seit gut zwei Jahren planen und gestalten die Verantwortlichen des St. Josef-Hospitals gemeinsam mit Architekten und der Stadt Bonn den lang ersehnten Umbau der Rettungswageneinfahrt am Krankenhaus. Ideen wurden entwickelt, Pläne gezeichnet und auch wieder verworfen. Jetzt ist die Planungsphase abgeschlossen, alle Gremien haben zugestimmt – weshalb im ersten Quartal 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

„Unsere sogenannte Liegendanfahrt zum Krankenhaus existiert seit mehr als 30 Jahren und entspricht heute nicht mehr den aktuellen Standards und den Anforderungen an ein modernes Notfallkrankenhaus“, erklärte Professor Thomas Kälicke, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie. Immer wieder kommt es zu Staus vor dem Krankenhaus, weil die Einfahrt für Rettungswagen eine Art „Kopfbahnhof“ ist. Will heißen: Wer vorne steht, muss für den nächsten Rettungswagen Platz machen. „Diesen Zustand wollen wir schon seit geraumer Zeit ändern, aber bislang hatten wir nicht die wirklich optimale Lösung gefunden“, sagte Daniela Kreuzberg, seit Mai 2017 Kaufmännische Direktorin der GFO-Kliniken Bonn, die aus den beiden Betriebsstätten St. Josef in Beuel und St. Marien auf dem Venusberg bestehen.

Der Engpass vor dem Hospital ist in jüngster Vergangenheit noch prägnanter geworden, weil die Leistungsentwicklung im Notfallbereich deutlich nach oben zeigt. Das St. Josef-Hospital hat sich nach eigenen Angaben intensiv auf die Unfallchirurgie spezialisiert. Laut Kälicke werden derzeit pro Jahr 15.000 Patienten ambulant notfallversorgt und 4000 stationär. „Wenn diese Entwicklung anhalten sollte, würden wir zwar nicht an unserer Manpower scheitern, dafür aber an der räumlichen Begrenzung. Der Bereich rund um die Rettungswageneinfahrt ist das Nadelöhr in unserem Haus. Auch die Berufsgenossenschaft hat sich eine Entzerrung der Situation gewünscht“, betonte der Chefarzt.

Verbreiterung der Straße

Nach den Architektenplänen soll nun die vorhandene Einfahrt von der Straßenseite aus deutlich verbreitert werden und ein großes Glasvordach erhalten. Dadurch wird ermöglicht, dass die Rettungswagen vorfahren und ungehindert weiterfahren können. „Es wird genug Aufstellplätze für Rettungswagen und Notarztwagen geben“, sagte Privatdozentin Birgit Terjung, Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Inneren Abteilung.

Auch die räumliche Situation im Krankenhaus wird im Bereich der Liegendanfahrt komplett umgebaut. „Wir werden für die Untersuchungen und Erstversorgungen viel mehr Räume zur Verfügung stellen, weil dort auch heute die Situation zu eng ist. Patienten werden nicht mehr auf den Fluren warten müssen. Wir werden auch neue Operationssäle bauen“, sagte Daniela Kreuzberg zu. Die Umbauzeit wird voraussichtlich ein Jahr lang dauern. In dieser Phase werden für einen Zeitraum von sechs Monaten rund 23 Parkplätze vor dem Krankenhaus wegfallen. Auf Anregung von Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus will die Krankenhausleitung versuchen, Ersatzparkplätze in der Tiefgarage des Brückenforums anzumieten.

„Für die Nachbarschaft wird sich bis auf die Bauphase nichts ändern“, sagte Kreuzberg. Und erinnerte daran, dass das Hospital ursprünglich die Rettungswageneinfahrt auf die Rückseite des Gebäudes in die Steinerstraße verlegen wollte. Dagegen gab es aber Proteste aus der Bevölkerung. Der 2,5 Millionen Euro teure Umbau erfolgt im laufenden Betrieb, was logistisch eine große Herausforderung für das Personal bedeutet. „Deshalb haben wir die Umbauphase in vier Bauabschnitte aufgeteilt. Durch entsprechende kurzfristige räumliche Aufgabenverlagerungen können wir die Notfallversorgung auch während der Bauzeit garantieren“, sagte Birgit Terjung.

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