Deutsch-Kanadische Gesellschaft: Netzwerken bei Bisonroulade und Elchgulasch

Deutsch-Kanadische Gesellschaft : Netzwerken bei Bisonroulade und Elchgulasch

50 Mitglieder tagen und essen im Oberkasseler Bundeshäuschen. Der Verein vermittelt deutsche Studenten nach Kanada: Zwei Monate wird vor Ort gearbeitet, einen Monat können die Programm-Teilnehmer durchs Land reisen.

Da kam zusammen, was zusammengehört: Bei Bisonrouladen, Elchgulasch oder kanadischem Lachssteak stärkten sich am Freitagabend fast 50 Mitglieder der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft am „Maple Table“ im Bundeshäuschen in Oberkassel. Der Name ist an das kanadische Nationalsymbol, das Ahornblatt (auf englisch „Maple Leaf“) angelehnt. „Als wir vor drei Jahren unser erstes Treffen hier in Bonn organisierten, habe ich erfahren, dass in dieser Gaststätte jedes Jahr im Frühjahr kanadische Wochen mit landestypischen Spezialitäten angeboten werden“, erzählte Günter Engelke, der den Vereinsbezirk Rheinland zusammen mit Reinhold Kremer leitet.

Da fiel die Entscheidung, wo man das Treffen abhalten wollte, wohl nicht allzu schwer. Unzählige Wimpel mit dem Ahornblatt schmücken das ehemalige Diplomatenrestaurant am Rheinufer und auch auf den Tischen stehen kleine kanadische Flaggen. „Zu Weihnachten vor 65 Jahren hatten Bürger der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover die Idee, dort im Umland stationierte kanadische Soldaten zu sich nach Hause einzuladen“, erzählt Stefan Rizor.

Der Jurist ist stellvertretender Bundesvorstand des Vereins und skizzierte kurz die Geschichte der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft: „Weit über 1000 meldeten sich und die Idee kam so gut an, dass sich daraus schnell ein bundesweiter Verein entwickelte, in dem sich Kanadier und Deutsche mit einer besonderen Affinität zu dem Nordamerikanischen Land organisierten.“ 1986 wurde der Vereinssitz nach Köln verlegt. Neben dem Frühjahrstreffen gibt es seit 15 Jahren noch ein „Pre-Christmas Dinner“ das am letzten Freitag im November zentral im Bonner Hotel Bristol stattfindet. Heute besteht die Hauptaktivität darin, Studenten aus Deutschland auf einen „Sommer-Job“ zwischen Montreal und Vancouver zu vermitteln: „Wenn sie in Deutschland studieren und ein bezahltes Praktikum in Kanada suchen, rufen sie uns an“, erläuterte Rizor.

Drei Monate dauere der Aufenthalt, von denen zwei Monate gearbeitet werde und die restlichen vier Wochen für Reisen zur Verfügung stünden. „Wenn jemand länger bleiben will, ist das aber kein Problem – der Rückflug kann individuell gewählt werden“, so der Vereinsvize. „Genau so habe ich das auch gemacht“, erinnert sich Crispin Becher: „Allerdings bin ich außerdem früher hingeflogen, um durch die Rocky Mountains zu reisen.“ Der 28-Jährige studiert International Business in Remagen und hat in einem Hotel in Tofino auf Vancouver Island vor der Westküste gearbeitet. „Die jährlichen Treffen sind eine gute Gelegenheit zum Netzwerken“, findet er.

„Wer Interesse hat, ebenfalls in Kanada zu arbeiten, kann sich gerne noch an uns wenden“, erzählt Gisela von Wissel, die das Programm für den Verein organisiert: „Wir haben für dieses Jahr noch Plätze zur Verfügung – am 19. Juli geht's los.“

Weitere Infos: www.dkg-online.de

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