Nach langer Suche: Naturfreunde kaufen Gelände in Beuel für Garten

Nach langer Suche : Naturfreunde kaufen Gelände in Beuel für Garten

Die Bonner Naturfreunde haben nach langer Suche ein Grundstück am Vilicher Bach gefunden - und es gekauft. Sie können nun bis Ende des Jahres von ihrem bisherigen Areal an der Rheinaustraße umziehen.

Die Bescherung fand für Paul Raths und die Bonner Naturfreunde bereits vor Weihnachten statt. „Wir haben endlich ein neues Grundstück gefunden“, verkündet er überglücklich. Und nicht nur das: „Wir sind sogar Eigentümer der Parzelle und haben damit endlich Planungssicherheit“, freut sich der Vorsitzende. Wie viel der Verein für das etwa 13.000 Quadratmeter große Areal in der Nähe der Kläranlage bezahlt hat, das wollte er jedoch nicht verraten. Aber: „Die Summe ist für uns überschaubar“, versichert er. Der entsprechende Notarvertrag sei bereits unterschrieben.

15 Jahre lang nutzten die Bonner Naturfreunde ein Grundstück an der Rheinaustraße und schufen sich dort ein einmaliges Paradies. Doch nachdem der Pachtvertrag nicht verlängert worden war, musste sich der Verein ein neues Domizil suchen. Und das war gar nicht so leicht. Schließlich fand sich dann doch noch eine Naturliebhaberin, die von den Sorgen und Nöten der Naturfreunde erfahren hat. „Sie fand unser Konzept und unsere Arbeit so gut, dass sie uns ihr Grundstück spontan angeboten hat“, erzählt Raths. Nachdem man sich über einen langfristigen Pachtvertrag unterhalten hatte, bot die Eigentümerin dem Verein das Grundstück schließlich zum Kauf an. „Da haben wir natürlich sofort zugeschlagen. Eine bessere Lösung gibt es nicht.“

Das Areal, das deutlich größer ist als die bisher genutzte Fläche, liegt allerdings im Landschaftsschutzgebiet und in direkter Nähe zum Vilicher Bach. „Daher werden wir alle Aktionen und Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Landschaftsbehörde absprechen und koordinieren“, versichert der Vereinsvorsitzende.

Derzeit haben die Mitglieder des Vereins jedoch kaum Zeit, um sich über die gute Nachricht zu freuen. „Nein“, meint Raths, „wir haben alle Hände voll zu tun. Denn bis spätestens Ende des Jahres müssen die Naturfreunde ihren alten Garten ausgeräumt und übergeben haben. Derzeit werden Hütten und Gewächshäuser, Schaukeln und Rutschen abgebaut und auf dem neuen Feld wieder aufgebaut.

Zukunft der Kleintiere unklar

Allerdings werden die kleinen und großen Mitglieder des Bonner Vereins dort nicht alle ehemaligen Mitbewohner wiedersehen. „Wir haben unsere Hühner und die chinesischen Laufenten an einen Bauern abgegeben. Dort sind sie in guten Händen“, versichert Raths. Ob sich die Naturfreunde an der neuen Adresse erneut Kleintiere zulegen, dass weiß er noch nicht. „Das müssen wir besprechen und gemeinschaftlich entscheiden. Denn unser neuer Garten liegt etwas abseits, wodurch die Versorgung der Tiere aufwendiger wird.“

Die ehemalige Eigentümerin des Geländes wird in Zukunft regelmäßig vorbeikommen und sich an den Aktivitäten des Vereins beteiligen. „Sie ist jetzt Mitglied und hat natürlich ein lebenslanges Betretungsrecht. Das waren wir ihr schuldig“, sagt der Vorsitzende. Zufrieden ist er auch darüber, dass der neue Garten der Naturfreunde ebenfalls wieder gut zu erreichen ist. „Sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Rad“, versichert er.

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