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Benefiz-Musikfest der Bonner Stadtsoldaten: Musikkorps lassen das Brückenforum beben

Benefiz-Musikfest der Bonner Stadtsoldaten : Musikkorps lassen das Brückenforum beben

Bei diesem Aufmarsch gab's so richtig was auf die Ohren. Da mussten sich auch die Moderatoren anstrengen - bei so vielen Instrumenten wie beim Benefiz-Musikfest der Bonner Stadtsoldaten am Samstag im Brückenforum.

Doch Ex-Bonna Anja Pohl, die im vorigen Jahr die "Griet" des Kölner Reiter-Korps Jan von Werth war, und der Erste Vorsitzende des Tambourcorps Oberkassel, Stephan Käufer, konnten sich durchsetzen.

Anlass für das Musik-Mammutspektakel war die 50-jährige Freundschaft zwischen den Bonner Stadtsoldaten und dem Tambourcorps Grün-Weiss Oberkassel. Zu Gast waren der Regimentsspielmannszug aus Oberkassel sowie der Ehrengarde der Stadt Köln und der Bürgergarde "Blau-Gold" von 1904 Köln, die Korpskapelle des Reiter-Korps "Jan von Werth", die allein schon wegen ihrer tollen Uniformen, langen Overknee-Stiefel, schnittigen Jacken und Federhüten im Stile der drei Musketiere, die absoluten Stars waren - vor allem bei den Damen.

Außerdem dabei: der Musikzug des Beueler Stadtsoldaten-Corps, der Regimentsspielmannszug der Prinzen-Garde Köln und der Stabsmusikzug der KKG Nippeser Bürgerwehr 1903, auch bekannt als "Appelsine Funke", was unschwer an den orange-weißen (wie gepellte Orangenscheiben) Hüten der Musiker zu sehen war. Die Musikzüge spielten alle ohne Gage. Alle Einnahmen, insgesamt kamen 4000 Euro zusammen, sind für den Verein Senioren- und Jugendhilfe des Bonner Stadtsoldaten-Corps gedacht.

Rund 800 begeisterte Gäste und befreundete Musikgruppen besuchten die Veranstaltung. Unter großem Jubel wurde auch das designierte Bonner Prinzenpaar Prinz Jürgen I. und Bonna Nora I. auf der Bühne begrüßt. Die Freude über den Beginn der Karnevalszeit, war deutlich zu spüren. "Endlich wieder schunkeln", meinte eine Besucherin außer Atem.

Viele der Korps, die Märsche und zahlreiche Hits wie "Echte Fründe", "Viva Colonia", "Der treue Husar" oder "Einmal am Rhein" spielten, waren generationenübergreifend aufgestellt. In dem ein oder anderen spielten auch schon mal Opa, Vater und Sohn gemeinsam.

"Das gab es so noch nie", sagte Stadtsoldaten-Sprecher Max Heier. "Mit dem Geld wird viel finanziert, was eben schon mal fehlt." Das könne Seife und Handtuch im Altenheim sein, ein Kühlschrank oder Eintrittskarten zu einer Veranstaltung. Neu bei dem Musikfest war auch die Ausleuchtung des Saals und der Bühne sowie die neue LED-Wand hinter den Musikern, die Bonner Impressionen vom Uni-Gebäude über Kennedybrücke bis zu Aufnahmen am Rhein zeigte. So wurde das Konzert zum Multimediaerlebnis. Zum Schluss standen 200 Musiker beim Schlussbild auf der Bühne. Die 111 Korpsmitglieder von Jan von Werth fehlten. Sie waren bereits zu einem Folgeauftritt unterwegs.