Projekt an Gottfried-Kinkel-Grundschule in Oberkassel: Mit Kunst integrieren

Projekt an Gottfried-Kinkel-Grundschule in Oberkassel : Mit Kunst integrieren

Bei dem Projekt an der Gottfried-Kinkel-Grundschule werden Kreativität und Integration der Schüler gefördert

Das ist mal eine echte Herausforderung: "Wir wollen lieber ein Martinsfeuer malen", hatten Clara und Nike sich gewünscht. Eigentlich hätte Porträtmalen auf dem Programm gestanden, aber Kursleiterin Annegret Goebels war gerne auf den Wunsch der beiden Neunjährigen eingegangen, obwohl sie die Umsetzung als schwieriger einstufte.

Die Freundinnen gehen in die vierte Klasse der Gottfried-Kinkel- Grundschule und nehmen mit sieben Mitschülern am Kunstprojekt "Form und Farbe" teil. Seit Beginn des Schuljahres treffen sich die Kids einmal pro Woche für jeweils zwei Stunden zum Malen und Modellieren.

Abwechselnd stehen das plastische Gestalten mit Ton und Speckstein sowie das Malen mit Aquarellfarben auf dem Stundenplan der Kinder: "Das Arbeiten mit Ton macht mir aber mehr Spaß", erzählte Bastian, während er den Pinsel gekonnt über das Papier führte.

Aus den drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau zauberte der Achtjährige ein durchaus beachtenswertes Aquarell-Martinsfeuer, und der kleine Tonzwerg, den Bastian anschließend stolz vorzeigte, lässt auch auf ein gewisses Talent schließen.

Kunsttherapeutin Goebels geht es allerdings weniger um das Ergebnis als um das Erleben: "Es hat eine positive Wirkung auf die kleinen Künstler, wenn die entstandenen Bilder und Skulpturen ausgestellt und anderen Schülern und den Eltern präsentiert werden können", findet sie.

Finanziert wird das Projekt vom "Landesprogramm Kultur und Schule". Der Förderverein der Grundschule unterstützt die Aktion. "Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Kinder, die ein besonderes Interesse und Freude an Kunst zeigen", erläuterte Goebels.

Ziel des Projektes sei es, die Kreativität der Kinder zu fördern und ihre gestalterischen Fähigkeiten auszubauen, so die Projektleiterin und freie Kunsttherapeutin. Zudem richtet sich das Projekt aber auch an Kinder, die aufgrund ihrer Herkunft sprachliche Schwierigkeiten haben: "Sie sollen durch den Gestaltungsprozess und das künstlerische Schaffen mit anderen Kindern integriert und individuell gefördert werden", skizzierte Schulleiter Christian Eberhard einen wichtigen Nebeneffekt.

Und das klappt wirklich gut: Jan und sein kleiner Bruder Ivan sind mit ihren Eltern aus Syrien geflüchtet und sprechen schon recht gut Deutsch: "Wir helfen uns gegenseitig - wenn einer ein Wort nicht kennt, weiß es oft der andere", erzählt der Zehnjährige.

"Es ist toll, dass ich mit meinem Bruder auch mal in der Schule zusammen sein kann", freute sich sein siebenjähriger Bruder. Solidarität ist für die Kids offenbar völlig selbstverständlich: Immer wieder erklären die beiden Ivans Klassenkameradin Ivana die Bedeutung verschiedener Wörter: "Sie kommt aus Serbien und ist noch nicht so lange hier", erklärte Jan selbstbewusst. "Da müssen wir ihr doch helfen."

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