Beueler Schule gegen Rassismus: Mit Bändchen gegen Fremdenhass

Beueler Schule gegen Rassismus : Mit Bändchen gegen Fremdenhass

Ob „Benvenuti“, „Bienvue“, „Welcome“ oder „Tarhib“ – Die Schüler der Integrierten Gesamtschule Beuel begrüßen Flüchtlinge seit gestern mit einem ganz besonderen Friedensbaum.

An einer Esche vor dem Haupteingang des Schulgebäudes brachten sie im Zuge der Aktion „Jugend gegen Rassismus“ annähernd einhundert bunte Spruchbänder an, auf die sie in zwanzig Sprachen Willkommensbotschaften geschrieben hatten. Darunter waren unter anderem Grüße auf Türkisch, Arabisch und sogar Chinesisch.

„Der Einfall kam uns ganz spontan“, sagt Sarah Pfeiffer (17) von der Schülervertretung. „Anfang der Woche begannen wir damit, die Stoffbänder zu beschriften, zwei Tage später war alles fertig. Die ganze Schule hat mitgeholfen.“ Mit der Aktion wollen die Schüler ein Zeichen gegen Fremdenhass und für eine Willkommenskultur setzen. Zudem sollte auch den Schülern, die nicht am gestrigen „Schulstreik“ des Aktionsbündnisses „Jugend gegen Rassismus“ in der Bonner Innenstadt teilnehmen konnten, die Möglichkeit gegeben werden, Unterstützung für Flüchtlinge zu signalisieren.

Darüber hinaus organisierte die Schülervertretung Sachspenden für Geflüchtete. Im Sommer ist ein Schulfest gegen Fremdenhass geplant. Die Beueler Gesamtschule erlebt die Integration von Flüchtlingen im Schulalltag: „Wir haben zurzeit 18 Flüchtlingskinder im Alter von 13 bis 17 Jahren bei uns“, so Schulleiter Rainer Wienand. Die Kinder werden hier von Beginn an in die Klassen integriert; nur Deutschkurse besuchen sie separat. „Als die ersten Flüchtlinge kamen, waren wir sehr neugierig“, sagt Schülerin Thea Port Le Roi (18). „Aber wir hatten auch ein bisschen Angst.“

Vor allem hätten sich die Schüler vor Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden gefürchtet. „Aber mittlerweile hat sich das gelegt. Wir haben in den Flüchtlingen neue Freunde und Mitschüler gefunden“, so Port Le Roi. Bald sollen auf einem Feld neben der Schule Flüchtlingsunterkünfte entstehen. Die Schüler sind sich einig: „Bei uns sind die Flüchtlinge in jedem Fall willkommen!“