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Beueler Kulturszene: Mietverträge für Brotfabrik und Junges Theater laufen aus

Beueler Kulturszene : Mietverträge für Brotfabrik und Junges Theater laufen aus

Die Kulturschaffenden in Beuel sind besorgt. Die Zukunft ihrer Spielstätten ist noch nicht geklärt, ebenso wenig ihre finanzielle Ausstattung seitens der Stadt Bonn. Die Stadt denkt über eine Zusammenlegung nach.

Vertreter von Theater Marabu, Junges Theater, Brotfabrik, Kinemathek und KunstWerk im KHB haben sich deshalb am Dienstagabend auf Einladung der Beueler Grünen zu einem Gedankenaustausch getroffen. Wichtigstes Ergebnis: Die freien Initiativen und die festen Einrichtungen wollen nicht in Konkurrenz zueinander um die Gunst der Stadt streiten, sondern wollen gemeinsam für einen zukunftsfähigen Kulturstandort Beuel werben.

"In Beuel existiert bezüglich des Kulturangebots für Kinder und Jugendliche eine enormes Angebot mit wahnsinnig erfolgreichen Akteuren. Wir müssen gemeinsam bei Politik und Verwaltung für unsere eigenständige Zukunft eintreten", erklärte Moritz Seibert, Intendant des Jungen Theaters. Es gebe keine zweite Stadt in Deutschland, die in diesem Sektor so ein einzigartiges Angebot vorweisen könne. "Das weiß auch unser Kulturamt und es ist eigentlich auch offen für unsere Anliegen. Wir müssen deutlich machen, dass wir mit noch weniger Zuschüssen nicht über die Runden kommen können", sagte Seibert. Tina Jücker vom Theater Marabu sieht das genau so: "Mit unseren Gastspielen finanzieren wir unsere Aufführungen in Beuel."

"In Beuel tickt die Uhr. 2017 läuft der Mietvertrag für die Brotfabrik aus, 2019 der für das Junge Theater. Wir benötigen Hilfe von allen Seiten, um ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine stellen zu können", erklärte Jürgen Becker, Geschäftsführer der Brotfabrik. Er sprach sich gegen die im Kulturkonzept der Stadt Bonn vorgeschlagene Zusammenlegung der Beueler Kulturschaffenden in den Spielstätten an der Siegburger Straße aus: "In Beuel sind über die Jahre Marken entstanden, mit denen die Stadt gerne und ständig wirbt. Eine Fusion an einem Spielort würde diese Qualitäten gefährden. Freie und städtische Theater sind schwierig zu vereinen."

Rüdiger Ruß von der Kinemathek erinnerte daran, dass die Brotfabrik nicht nur ein Theater ist: "Wir sind ein Kulturzentrum mit Kino, Bildungswerk, Kneipe und Theater. So etwas lässt sich nicht so einfach mit anderen Einrichtungen zusammenlegen."

Nach Aussage von Ros Sachsse-Schadt, die für die Grünen als sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss sitzt, leisten in Beuel viele engagierte Kulturschaffende seit langer Zeit einen unverzichtbaren Beitrag für die gesamte Bonner Kulturlandschaft. Deren Produktionen seien weit über die Grenzen Bonns hinaus bekannt, und deshalb müsse deren Existenz auch künftig Bestand haben.