Beueler Künstlerinnen: Malen im Schusterhäuschen

Beueler Künstlerinnen : Malen im Schusterhäuschen

Die Künstlerin Helga Knauth trifft sich seit 1999 mit Kunstinteressierten im ehemaligen Schusterhäuschen. Es sollte eigentlich 1997 abgerissen werden, nun ist es schon lange ein Atelier.

Malgruppen haben oft charakteristische Namen. „Malgruppe Abstrakt“, „Malgruppe Aqua & Color“ oder „Freie Malgruppe“, um nur ein paar x-beliebige Namen zu nennen. Aber „Malgruppe Schusterhäuschen“? Das ist schon ungewöhnlich. Doch kennt man die Historie, erklärt sich der Name von alleine.

Denn „Nomen est omen“: Die „Malgruppe Schusterhäuschen“ der Bonner Künstlerin Helga Knauth malt in einem Schusterhäuschen in Bechlinghoven, einer ehemaligen Schusterwerkstatt. Ein Häuschen, das, ginge es nach seiner Besitzerin, bereits 1997 hätte abgerissen werden sollen, als der letzte Schuster hier sein Handwerk aufgegeben hat.

Doch Helga Knauth hatte schon länger ein Auge auf dieses kleine Haus im Garten der Familie Wester geworfen. Und mit ihrer Hartnäckigkeit, mit viel Einsatz und Idealismus hat sie mit Unterstützung ihrer Malgruppe aus der alten Werkstatt eine schmucke Malstube gemacht, um hier gemeinsam ihrem Hobby nachgehen zu können. Zur Namensgebung für die Malgruppe war es dann, als man 1999 hier loslegen konnte, nur noch ein kleiner Schritt.

Das Schusterhäuschen ist eine Werkstatt geblieben, nur das Metier hat gewechselt. Statt Leder und Ahle jetzt Papier und Pinsel. Es gibt weder Wasser noch Heizung oder Toilette darin. Dafür Wasserkanister, Elektroöfen und Luftentfeuchter gegen die Nässe, die hier zwangsweise in kühleren Jahreszeiten vorhanden ist. Und wer mal muss, der muss bei Frau Wester klingeln, die inzwischen sehr stolz auf ihr Schusterhäuschen ist. Vom Abbruch ist keine Rede mehr.

"Spätberufene Künstlerin"

Helga Knauth bezeichnet sich als eine „spätberufene Künstlerin“, die sich ihr Geschick und ihre Malfertigkeit selber beigebracht hat, eine echte Autodidaktin. Zwar wollte sie in jungen Jahren gerne Modezeichnerin werden, doch es kam nicht dazu. Erst als ihre Söhne flügge waren, fing sie 1990 mit einer Freundin, die „aquarellierte“, wie Knauth wortwörtlich sagt, mit der Aquarellmalerei an.

Der ist sie bis heute treu geblieben, wenn auch im Laufe der Jahre andere Maltechniken wie Acryl, Öl oder Kreide sowie diverse Mischtechniken hinzukamen. „Ich bin einfach neugierig auf die Vielfalt, was man alles machen kann“, erklärt sie. In zahlreichen Urlauben besuchte sie, um sich weiterzubilden beziehungsweise um neue Techniken hinzuzulernen, Seminare in ganz Europa bei verschiedenen Künstlern.

Inzwischen ist das Wort „Malgruppe“ nicht mehr ganz richtig, denn Knauth malt jetzt mit zwei Malgruppen: eine Aquarell-Malgruppe, die sie bereits seit 2005 anleitet, und eine Acryl-Malgruppe, die sich seit sechs Jahren trifft. „Das sind Freundinnen, da malen wir einfach so.“ Beide Gruppen bilden die „Malgruppe Schusterhäuschen“, beide Gruppen treffen sich jeweils einmal pro Woche. „Man gibt sich gegenseitig Anregungen, Impulse und Feedback“, sagt sie. In beiden Malgruppen sind derzeit nur Frauen. „Früher waren auch mal Männer dabei.“