Aktion für Flüchtlinge in Beuel: Malen für Weihnachten

Aktion für Flüchtlinge in Beuel : Malen für Weihnachten

Eine IT-Firma unterstützte eine Weihnachtsbilder-Malaktion für Kinder in der Tapetenfabrik. Deren Bilder können sogar auf Weihnachtskarten verewigt werden.

Gekonnt führt der elfjährige Dilar seinen Stift über das Papier. Erst malt er die Umrisse und den wuscheligen Bart des Weihnachtsmannes. Dann verpasst er ihm eine Zipfelmütze und entscheidet sich, seinem Bild von dem bärtigen Geschenkboten noch einen saftig grünen Tannenbaum hinzuzufügen.

Als er sein Werk den Erwachsenen im Raum zeigt, erntet er viel Lob. Wer weiß, vielleicht landet sein kleines Gemälde bald auf einer Weihnachtskarte. Denn bei einer wohltätigen Malaktion mit Flüchtlingskindern am Dienstag in der Tapetenfabrik sucht eine regionale IT-Firma das Gewisse Etwas für ihre alljährlichen Weihnachtsgrüße.

„Kunst ist ein zentrales Thema unserer Arbeit“, sagte Andreas Lau von der Firma Synalis, die die Aktion schon zum zweiten Mal zusammen mit dem Verein Abenteuer Lernen veranstaltete. „Deshalb kommt auch eines der Bilder der Kinder auf unsere diesjährige Weihnachtskarte.“ Welches genau, darüber entscheiden die Mitarbeiter des Unternehmens.

„Wir wollen die Leute nicht mit den üblichen Werbegeschenken wie Kugelschreibern überschütten“, erklärte Synalis-Mitarbeiter Tobias Vierneisel. „Außerdem wollen wir als Beueler Unternehmen etwas für die Region tun. Sämtliche Utensilien und das Papier werden daher an diesem Abend von uns gesponsert.“ Das ist aber noch nicht alles: Darüber hinaus spendet die Firma 2000 Euro an „Abenteuer Lernen“, hinzu kommen Kinogutscheine für alle Teilnehmer des Abends.

Der Verein freut sich über die Unterstützung. „Das ist ein schönes Event für die Kinder“, sagte Erika Luck-Haller von Abenteuer Lernen. Die Kinder fühlten sich bei der Malaktion sichtlich wohl. Insgesamt 70 Geflüchtete im Kinder- und Erwachsenenalter waren an diesem Abend in die Tapetenfabrik gekommen, um zu malen. Die meisten von ihnen kommen aus Afghanistan und Syrien. So wie Dilar, der wohlgemerkt akzentfreies Deutsch spricht.

„Ich bin vor zwei Jahren mit meiner Familie aus Aleppo nach Deutschland gekommen“, sagte er. „Vorher konnte ich kein einziges Wort Deutsch sprechen.“ Der Junge, der später einmal Entdecker werden will, redet nicht gerne über seine Flucht. „Ich vermisse unser Haus und unser Geschäft in Syrien“, so Dilar. Doch in Deutschland fühle er sich aber sehr wohl, und Weihnachten findet er interessant. „Ich kannte das bisher nur aus dem Fernsehen“, sagte er.