Realschule Beuel: Lehrer schwitzen für die Schüler

Realschule Beuel : Lehrer schwitzen für die Schüler

Auf und vor dem Gelände der Realschule Beuel herrschte am Freitagmittag ziemlich viel Trubel. Während die Lehrer sich beim Sponsorenlauf sportlich ins Zeug legten, sammelte die Bürgerinitiative vor dem Schuleingang viele Unterschriften für ihr Bürgerbegehren.

Das Bürgerbegehren richtet sich gegen den vom Stadtrat beschlossenen Umzug der Schule von Beuel-Mitte nach Vilich (der GA berichtete). Christoph Mahlmann, Leiter der Realschule, betonte, dass beide Veranstaltungen völlig getrennt voneinander stattfinden würden. Er hatte die Initiative auch aufgefordert, ihren Stand nicht auf dem Schulgelände aufzubauen. Deshalb der Reihe nach.

Der Sponsorenlauf: Statt wie üblich Schüler liefen dieses Mal Lehrer für eine gute Sache und wurden von Schülern angefeuert. Warum der Rollentausch? Dazu Lehrerin Susanne Bufi: „Im vergangenen Jahr haben die Schüler 3000 Euro erlaufen. Leider wurde dieses Geld in der Schule gestohlen.“ Ihre Kollegin Monika Wilmsmeier ergänzte: „Die Staatsanwaltschaft Bonn hat ermittelt, aber das Verfahren wurde eingestellt. Von dem Geld fehlt jede Spur.“ Von dem Betrag sollte eigentlich die Schule verschönert werden. Plötzlich gab es statt Geld eine heftige Finanzierungslücke. Schnell hatte die Lehrerkonferenz die Idee, die enttäuschten Schüler zu versöhnen: Diesmal schwitzten die Lehrer. Die 50 Lehrer sind immer in kleinen Teams gelaufen und haben sich ihren Einsatz von Freunden und Bekannten sponsern lassen.

Von dem Geld sollen Klassenräume angestrichen und Beete bepflanzt werden. Der Schulleiter Christoph Mahlmann ist begeistert: „Ich freue mich, dass sich mein Kollegium geschlossen mit den Schülerinnen und Schülern solidarisiert, wir drehen den Spieß um und wollen den Betrag von 3000 Euro überbieten.“ Während und nach dem Sponsorenlauf wurden die Zuschauer mit Kaffee und von den Eltern gebackenen Kuchen verwöhnt. wie viel Geld zusammen gekommen ist, steht frühestens am Montag fest.

Unterschriftenaktion: Ramona und André Schreiter, die beiden Sprecher und Initiatoren des Bürgerbegehrens, hatten ebenfalls für Kaffee und Kuchen an ihrem Infostand gesorgt. Viele Schüler blieben stehen, informierten sich und setzten ihre Unterschrift auf die Listen. Auch Eltern und Passanten machten mit.

„Wir haben in den vergangenen Tagen nicht mehr gezählt, aber wir haben jetzt sicherlich mehr als die Hälfte der erforderlichen 9886 Unterschriften beisammen“, erklärte Ramona Schreiter, die auch Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule ist. Bis zum 16. April hat die Initiative noch Zeit, Unterschriften zu sammeln. Am 1. und 8. April baut die Initiative ihren Stand vor dem Beueler Rathaus auf, an diesem Wochenende steht ein Stand auf dem Historischen Jahrmarkt in Pützchen und am Sonntag wollen die Umzugsgegner beim Bonn-Marathon Stimmen sammeln.

Die Initiative geht davon aus, dass das Ergebnis des Bürgerbegehrens nicht vor den Sommerferien vorliegen wird. „Wir haben entsprechende Signale von der Stadtverwaltung bekommen. Die Zeitverzögerung wird mit den Landtagswahlen und dem Auszählen des Bürgerentscheids in Sachen Schwimmbädern begründet“, sagte Ramona Schreiter.

Einige Mitglieder der Initiative haben am Donnerstagabend im Stadtrat die Diskussion über den Bau eines Gebäudes für zwei neue Schulklassen auf dem Gelände der Anne-Frank-Schule in Vilich verfolgt. Dorthin soll die Realschule umgesiedelt werden. „Man kann nach meinen Informationen davon ausgehen, dass zwei zusätzliche Klassenräume nicht ausreichen werden. Die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr steigen weiter an“, so Ramona Schreiter. Bis jetzt gebe es bereits 82 Zusagen für Fünftklässler.

Statt des Umzugs schlägt die Initiative vor, das ehemalige Gebäude der Goetheschule – heutiges L-Gebäude – komplett der Realschule zur Verfügung zu stellen. Die Schülerzahl der Förderschule „Rheinschule“ sei so gering, dass ein Gebäude für den Unterricht ausreichen würde. „Dann könnte das sanierungsbedürftige B-Gebäude abgerissen werden und wir hätten am Standort Rölsdorfstraße genug Platz“, so Schreiter.

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