Neujahrsempfang im Pantheon-Theater: Kulturförderkreis lobt Beuel und kritisiert die Stadt

Neujahrsempfang im Pantheon-Theater : Kulturförderkreis lobt Beuel und kritisiert die Stadt

Der Kulturförderkreis startet beim Neujahrsempfang wie gewohnt auch die Tombola für dieses Jahr. Der Verein ist eine wichtige Stütze des Pantheon-Theaters. 810 Mitglieder fördern den laufenden Spielbetrieb.

Neues Jahr, neues Glück – so kann man den Startschuss für die Tombola 2019 des Kulturförderkreises des Pantheons beim Neujahrsempfang verstehen. 1990 gegründet, lädt der Kulturförderkreis, der sich die Förderung des kabarettistischen Nachwuchses auf die Fahne geschrieben hat, mittlerweile traditionell zum Neujahrsempfang in die Räume des Pantheon-Theaters ein.

„Der Neujahrsempfang zusammen mit der Tombola ist eine der Veranstaltungen, die wir von unserer Seite aus organisieren, um eine zusätzliche Öffentlichkeit für den Kulturförderkreis und natürlich das Pantheon herzustellen“, erläutert Werner Ansorge, der seit 2008 im Vorstand des Vereins ist. Die groß angelegte Tombola läuft noch bis zum 7. April.

„In diesem Jahr haben wir 5000 Lose à fünf Euro, die bis Aschermittwoch bei allen Veranstaltungen im Pantheon gekauft werden können. Es wird immer jemand von uns da sein, der Lose verkauft“, so Ansorge. Der Kulturförderkreis hofft auch in diesem Jahr auf rege Teilnahme an der Tombola, die attraktive Preise bietet, denn der Erlös soll dem Vereinszweck zukommen. „Wir freuen uns sehr, dass wir heute einen vollen Saal haben, denn das ist ja genau das, was wir jungen Nachwuchskabarettisten bieten wollen, die sonst wegen des eher unbekannten Namens vor zehn Leuten auftreten müssen. Das ist ja für niemanden schön.“

Zuversicht fürs neue Jahr

Der Kulturförderkreis kann ausgesprochen zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken und zuversichtlich in das neue Jahr starten: Der Umzug nach Beuel ist auf positive Resonanz gestoßen, die sich nicht nur in den Besucherzahlen bei den Veranstaltungen ausdrückt, sondern auch in stetig wachsenden Mitgliederzahlen. Der Verein hat inzwischen 810 Mitglieder. Beste Voraussetzungen, um auch 2019 dem Pantheon die nötige Unterstützung zukommen zu lassen.

Die ist auch weiterhin nötig, denn um es mit Rainer Pauses Worten zu sagen: „Die Unterstützung der Stadt hält sich in Grenzen.“ Dennoch zeigte sich der Chef des Pantheons in seiner Begrüßung zufrieden mit dem vergangenen Jahr: „2018 war alleine schon deshalb erfolgreich, weil wir wieder ein Jahr durchgehalten haben.“ Vor seinen Förderern und Unterstützern ging Pause auf viele offene Fragen rund um das Pantheon und Entwicklungen eines Kulturquartiers ein. Die Idee, gemeinsam mit dem Theater Bonn das Lampenlager zu bespielen und damit das frühere Casino als parallele Spielstätte zum Saal zu ersetzen, soll weiterverfolgt werden, was jedoch bei der Stadt nur langsam in die Gänge kommt.

200.000 Besucher seit Eröffnung in Beuel

Hier konnte sich Rainer Pause einen Hinweis auf die zahlreichen Krankentage in der Bonner Stadtverwaltung, die vielleicht für das langsame Mahlen der städtischen Behörden zuständig sein könnte, nicht verkneifen. Grundsätzlich kann das Pantheon eine positive Bilanz ziehen: In Beuel wurde das Theaterensemble freundlich empfangen und kann sich über 200.000 Besucher seit der Eröffnung der neuen Spielstätte an der Siegburger Straße freuen. Explizit lud Pause die neue Bonner Kulturdezernentin ein, auch einmal ins Pantheon zu kommen – etwas, was ihr Vorgänger angeblich nie getan hatte.

Neben dem Startschuss für die alljährliche Tombola, bei der neben attraktiven Reisen, Zeppelinflügen, einem Abend im Krimihotel in der Eifel, weitere Preise von dem Vorsitzenden des Kulturförderkreises, Professor Heinz Günter Horn, und Pause vorgestellt wurden, wurde der Neujahrsempfang abgerundet durch Beiträge der jungen Bonner Poetry-Slammerin Ella Anschein und dem Kabarettisten Gregor Pallast.

Während Pallast hochpolitisch und teils sehr bissig das vergangene Jahr Revue passieren ließ, endete das Programm mit einem nachdenklichen Appell von Ella Anschein über die Schließung des beliebten Restaurants „Le Petit Poison“, verbunden mit dem Aufruf, derlei Institutionen in Bonn zu bewahren, um die Stadt nicht seelenlos werden zu lassen.

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