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Junggesellenverein Geislar: Krönender Abschluss des Maifestes

Junggesellenverein Geislar : Krönender Abschluss des Maifestes

Das neue Maikönigspaar Milena I. und Simon I. tanzt klassisch unter der Fahne. Der Verein bietet auch eine Schaumparty an, um mehr junge Leute anzusprechen.

Wenn ein junger Mann auf der Straße eine grüne Fahne schwungvoll über seinem Kopf schwenkt und anschließend ein junges Paar in Anzug und Ballkleid unter derselben Fahne tanzt, ist es wieder soweit. Der Junggesellenverein (JGV) „Gemütlichkeit“ Geislar feierte am Sonntag zusammen mit befreundeten Vereinen der Umgebung und zahlreichen Geislarern die traditionelle Krönung des Maikönigspaares auf dem Dorfplatz.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf unseres Maifestes“, sagte René Baum, erster Vorsitzender des Vereins. „Mein persönliches Highlight war der Heiratsantrag unseres amtierenden Maikönigs gestern.“

Somit hat der Verein also bald einen Junggesellen weniger. „Aber auch die ehemaligen Junggesellen halten uns weiterhin die Treue“, sagte Baum. Wie jedes Jahr wurde der Verein beim Maifest von der Männerreih Geislar und anderen Ehemaligen unterstützt. Bereits am Donnerstag hatten die Feierlichkeiten des Vereins mit einem Generationentag begonnen, bei dem der JGV „Gemütlichkeit“ gemeinsam mit ehemaligen Mitgliedern besonders sein 135-jähriges Bestehen feierte. Weiter ging es am Freitag mit einer großen Schaumparty.

Auf den traditionellen Festzug durch den Ort folgte am Sonntagnachmittag die Krönungszeremonie des Maikönigspaares. Milena Witczak erhielt ein Diadem und Simon Schallenberg die traditionelle Ordenskette. Die beiden 19-Jährigen repräsentieren nun für ein Jahr den Verein auf den zahlreichen Maifesten im Umkreis.

Auch ortsferne Junggesellen können mittlerweile Mitglied werden

Simon Schallenbergs älterer Bruder war vor fünf Jahren Maikönig und sein kleiner Neffe schwenkt schon jetzt fleißig eine Mini-Version der grünen Vereinsfahne. „Es ist aber trotzdem schwierig, den Nachwuchs für den Verein zu begeistern“, sagt Schallenberg. Deshalb könnten mittlerweile auch ortsferne Junggesellen Mitglied werden.

„Um den Verein für den Nachwuchs attraktiver zu machen, müssen wir unsere Arbeit lockerer gestalten, zum Beispiel mit einer Schaumparty wie am Freitag“, sagt René Baum. Bei Zugezogenen müsse der Verein erst mal über das Brauchtum aufklären. Das besteht neben dem Maifest vor allem in der Zusammenarbeit mit anderen Ortsvereinen, beim Senioren-Café, der Sportwoche oder beim Karneval. Andere Teile des Brauchtums wie die Kirmes gibt es schon nicht mehr.

Im Mittelpunkt steht ganz klar die Geselligkeit. „Wir wollen eine schöne Jugendzeit verbringen. Für mich ist der Verein wie ein großer Freundeskreis“, sagt Baum. Dieses Jahr feiert der Verein 135-jähriges Bestehen. Vieles hat sich verändert, der Zulauf zum JGV nahm ab und dann wieder zu. Vom Brauchtum wird vor allem noch das Maifest gepflegt. „Aber die Leute sind genauso lustig wie früher“, sagt Heinz Hülle, der vor 48 Jahren Maikönig war, und fügt lachend hinzu: „Wir konnten damals nur etwas mehr Unfug anstellen.“