Schwere Brandstiftung in Beuel: Kripo ermittelt wegen schwerer Brandstiftung

Schwere Brandstiftung in Beuel : Kripo ermittelt wegen schwerer Brandstiftung

Die drei großen blauen Papiercontainer, die direkt am Haus in der Königswinterer Straße gestanden haben, sind zusammengeschmolzen auf einen kleinen schwarzen undefinierbaren Haufen. Nur der stählerne Unterbau ist noch in Ansätzen zu erkennen.

„Wir haben Glück im Unglück gehabt, dass die Tonnen am Freitag noch geleert worden sind“, sagt Hausverwalter Jan van Dorst. Die Container an dem Haus, in dem 19 Parteien leben, gehören zu einer Serie von neun Zielen, die sich Feuerteufel in der Nacht zu Sonntag in den Ortsteilen Limperich und Küdinghoven zum Zündeln ausgesucht haben.

Van Dorst ist am Montag mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Ein Handwerker inspiziert gerade den Schaden. Die Hauswand ist völlig verrußt, der Putz muss an der Stelle wohl komplett runter. Die Versicherung will noch einen Brandgutachter schicken. Außerdem haben die Flammen die Holzlatten des Zauns kohleschwarz gefärbt.

Und man sieht: Es hätte schlimmer kommen können. Die Feuerwehr war schnell da, weil Anwohner das Feuer bemerkt und per Notruf Alarm geschlagen haben. „Die Alarmierung verlief vorbildlich“, betonte Polizeisprecher Robert Scholten.

Mieter mussten eilig die Wohnung verlassen

Familien wie die von Salih Mustafic wurden während der Löscharbeiten aus ihren Wohnungen evakuiert. „Ich wusste zunächst gar nicht, was los ist, als es geklingelt hat“, sagt der Mieter. Er, seine Frau und die beiden jugendlichen Kinder mussten eilig raus. „Keine Ahnung, wer auf eine solche Idee kommt“, sagt der Familienvater kopfschüttelnd.

Die Polizei kann die Tatzeit aller Brände auf die Zeit zwischen 3.30 Uhr und 4.30 Uhr einschränken. Obwohl die Behörde unmittelbar nach der Alarmierung mit einem Polizeihubschrauber nach dem Täter oder den Tätern gesucht hat, verlief die Fahndung bisher ergebnislos. „Wir haben auch keine Zeugen, die Tatverdächtige beobachtet haben“, so Scholten.

Der Vorfall in der Königswinterer Straße ist nach jetzigem Stand der Ermittler derjenige, der am gefährlichsten hätte enden können. Die Behörden prüfen, ob sie in dem Fall wegen schwerer Brandstiftung ermitteln.

Die Unbekannten entzündeten Feuer in Mülltonnen an der Bahnhaltestelle Küdinghoven, an der Küdinghovener Straße, Dornkreuzstraße und Limpericher Straße. Eine Anwohnerin löschte gegen 4 Uhr zwei brennende Mülltonnen an der Bahnhaltestelle Küdinghoven mit einem Eimer Wasser.

Die KK 11 bittet Zeugen, die in der Nacht zu Sonntag zwischen 3 und 5 Uhr Verdächtiges beobachtet haben, sich unter 0228/150 zu melden.

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