Pützchens Markt: Krawallmacher früh erkennen

Pützchens Markt : Krawallmacher früh erkennen

Die Einsatzzentrale von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt befindet sich auch in diesem Jahr wieder in der Marktschule. Dort koordinieren Polizei und der Ordnungsaußendienst erstmals in einer gemeinsamen Leitstelle die Einsätze.

"Die größtmögliche Sicherheit für alle Besucher ist oberstes Ziel. Wir sind gut vorbereitet und werden mit uniformierten und zivilen Streifen auf dem Marktgelände und der Umgebung unterwegs sein", kündigte Einsatzleiter Erster Polizeihauptkommissar Gerd Mainzer an. Insgesamt will die Polizei an den fünf Kirmestagen (12. bis 16. September) 100 Beamte einsetzen. Die Einsatzzentrale von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt befindet sich auch in diesem Jahr wieder in der Marktschule. Dort koordinieren Polizei und der Ordnungsaußendienst erstmals in einer gemeinsamen Leitstelle die Einsätze. Gestern Nachmittag wurde die Sondereinsatzstelle Pützchens Markt nach Schulende bezogen.

Diese enge Zusammenarbeit setzt sich bei den Fußstreifen fort, denn die bestehen in diesem Jahr erstmalig aus einem Vertreter von Polizei und Ordnungsaußendienst. "So erhöhen wir die Polizeipräsenz und können gemeinsam mit den Beamten der Stadt auf dem 80 000 Quadratmeter großen Marktgelände die unterschiedlichsten Sachverhalte vor Ort lösen", erklärte Gerd Mainzer, der im sonstigen Berufsalltag die Polizeiwache Ramersdorf leitet.

Ein Ziel der behördenübergreifenden Präventionsstrategie ist es, bekannte Straftäter oder Krawallmacher frühzeitig zu erkennen. "Die wollen wir erst gar nicht auf dem Marktgelände haben. Gegen Gewalttäter oder uneinsichtige Randalierer werden wir Platzverweise erteilen oder sie so frühzeitig in Gewahrsam nehmen, dass es bestenfalls erst gar nicht zu Schlägereien oder Sachbeschädigungen kommt", betonte Gerd Mainzer.

Die Polizei Bonn kündigt für die Pützchens-Markt-Tage auch verstärkte Alkoholkontrollen an und appelliert an die Marktbesucher, sich nicht angetrunken hinter das Steuer zu setzen. "Alkohol am Steuer erhöht die Unfallgefahr außerordentlich. Wer betrunken fährt, gefährdet sich und andere und handelt verantwortungslos", so der Einsatzleiter. Er rät ausdrücklich, das Auto nach einem feuchtfröhlichen Pützchens-Abend stehen zu lassen. Der Heimweg mit Bus, Bahn oder Taxi könne vorher geplant werden.

Polizei, Stadt, SWB und Schausteller geben in diesem Jahr auch erstmals abgesprochene Tipps zum Schutz vor Taschendieben. Jahrmärkte und Kirmesveranstaltungen ziehen nach Auskunft der Polizei Betrüger, Taschen- und Trickdiebe an. Die Polizei rät deshalb allen Besuchern von Pützchens Markt zur Vorsicht. In Bussen und Bahnen, im dichten Gedränge der Gassen, vor den Kassen der Fahrgeschäfte sowie in kleinen und großen Festzelten fühlten sich Taschendiebe wohl. Im vergangenen Jahr hat die Polizei 20 Taschendiebstähle registriert.

Neben der Verhaltensprävention (siehe Kasten) werden die uniformierten Streifen von Polizei und Ordnungsamt sowie Zivilfahnder Ausschau nach Verdächtigen halten. "Diese Maßnahme beginnen wir nicht erst auf dem Marktgelände. Durch unsere Präsenz wollen wir erreichen, dass sich potenzielle Täter beobachtet fühlen", so Einsatzleiter Gerd Mainzer, "wir stehen mit der Bundespolizei in Kontakt und erhalten so schon Hinweise über reisende Tätergruppen, die mit der Bahn über die Bahnhöfe in Bonn, Beuel oder Siegburg anfahren".

Auf ihren Fußstreifen werden die Beamten aber auch Marktbesucher ansprechen, die zu sorglos unterwegs sind. Wer trotz aller Vorsicht Opfer von Dieben wird, soll sich sofort an eine Fußstreife oder an die Polizeiwache in der Marktschule wenden. Wer Verdächtiges beobachtet, soll sofort den Polizeinotruf 110 wählen.

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