1. Bonn
  2. Beuel

Kommentar zum Wissenschaftspark: Korrekturen waren nötig

Kommentar zum Wissenschaftspark : Korrekturen waren nötig

Wer die Entwicklung des Wohn- und Technologieparks Bonn/Sankt Augustin von 1995 bis heute miterlebt hat, hat eine Berg- und Talfahrt mitgemacht. Als eine von vielen Entschädigungen für den Wechsel von Parlament und Regierung nach Berlin hoffnungsvoll gestartet, verkümmerte das regionale Hilfsprojekt erstaunlich schnell.

Das Konzept von „Wohnen und Wissenschaft in direkter Nachbarschaft“ ist mangels Nachfrage gescheitert. Es gab nur wenige Interessenten und die sind bei genauer Betrachtung des Standorts wieder abgesprungen.

Die Gründe für das Desinteresse sind schnell gefunden: Nahezu zeitgleich ist bundesweit die Vermarktung des Bonner Bogens und des ehemaligen Regierungsviertels an den Start gegangen. Die Kulisse von Rhein, Siebengebirge und Rolandsbogen haben die Investoren deutlich mehr begeistert als der Lärm an der Autobahn 59.

Die Folge: Die Wirtschaftsförderer der Bundesstadt haben sich vom Wissenschafts- und Technologiesektor verabschiedet und sich auf Handel und Handwerk fokussiert. Kurzzeitig flackerte noch mal ein Hoffnungsschimmer auf, als die Stadt Bonn der Firma Haribo die Flächen im Beueler Osten als neuen Produktionsstandort angeboten hatte. Der Deal kam bekanntlich nicht zustande.

Auf einem Sektor war die Entwicklungsmaßnahme aber wirklich erfolgreich: bei der Schaffung von Wohnraum. Dieser Erfolg soll nun bei der Gewerbeansiedlung wiederholt werden. Der Büro- und Gewerbepark Pützchen ist von großer Bedeutung, um ansässigen und ansiedlungsinteressierten Unternehmen und Einrichtungen Grundstücke anbieten zu können. Er ist aktuell das einzige in Entwicklung befindliche große städtische Gewerbegebiet. Dass ein entsprechender Bedarf an Gewerbeflächen besteht, hat die schnelle Vermarktung des Gewerbeparks Am Mühlenbach gezeigt.