"Quartiersentwicklung um die Halle Beuel 2.0.": Konzept für Kulturquartier in Beuel

"Quartiersentwicklung um die Halle Beuel 2.0." : Konzept für Kulturquartier in Beuel

"Quartiersentwicklung um die Halle Beuel 2.0." So nüchtern dieser Arbeitstitel klingt, so viel Sprengstoff verbirgt sich dahinter. Allerdings positiver Sprengstoff, mit dem Politik und Verwaltung für den rechtsrheinischen Stadtbezirk eine Zukunftsrakete starten können.

So verwundert es nicht, dass die Mitglieder der Bezirksvertretung Beuel in der jüngsten Sitzung Kerstin Hemminger an den Lippen hingen. Die Abteilungsleiterin im städtischen Planungsamt, die sich um die Entwicklung der Bezirke und Orte kümmert, stellte Inhalte und Zielsetzungen für das lang ersehnte Kulturquartier Beuel vor.

„Wir machen nur Vorschläge und sind für Anregungen und Änderungswünsche offen“, sagte Hemminger. Die Politik folgte letztlich den Vorschlägen der Stadtplanerin einstimmig. Hemminger nannte wichtige Eckpunkte des Strategiepapiers:

Zielsetzung: Mit der angestrebten Quartiersentwicklung soll eine bessere Einbindung der Halle Beuel in das Stadtgefüge und eine Aufwertung des gesamten Umfelds erreicht werden.

Kulturförderung: Die Achse zwischen den im Beueler Zentrum ansässigen Kultureinrichtungen soll in der Form gestärkt werden, dass sich daraus ein Kreativquartier entwickeln kann. Raumpotenziale für neue Standorte stehen auf dem Gelände der Halle Beuel zur Verfügung – zum Beispiel das ehemalige Lampenlager des Schauspiels Bonn.

Verkehr: Die Stadt Bonn will sichere und barrierefreie Wegeführungen für Fußgänger und Radfahrer sowie Wegeverbindungen zwischen den einzelnen Standorten schaffen. Auch die Bedeutung des Bahnhofs soll durch eine Umgestaltung des Umfelds aufgewertet werden.

Verfahrensweise: Ein externes Büro wird mit der Konzepterarbeitung beauftragt. Während des Prozesses werden relevante Akteure aus Beuel in die Ausarbeitung einbezogen. Auch die Bürgerschaft wird in die Planung eingebunden.

Finanzierung:Für die Konzepterarbeitung und das Moderationsverfahren stehen 80 000 Euro zur Verfügung. Die Stadt will prüfen, ob Fördertöpfe des Landes NRW angezapft werden können.

Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) verdeutlichte, dass die Entwicklung des Kulturquartiers und die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds in direktem Zusammenhang stehen: „Hier kann was geschaffen werden, das den Beueler Osten voranbringt und für die nächsten Jahrzehnte prägt.“ Er bekräftigte nochmals, dass es aus Beueler Sicht wichtig war, den Standort Röhfeldstraße für einen Wertstoffhof von Bonnorange abzulehnen: „Das hätte die Entwicklung des Quartiers arg belastet.“

Dieter Schaper (SPD) fehlte bei der Präsentation das Thema Wohnen: „Die Schaffung von neuem Wohnraum muss unbedingt berücksichtigt werden.“ Zehiye Dörtlemez (FDP) forderte, dass die Stadt schon Anfang 2019 einen Zwischenbericht zum aktuellen Stand der Planung vorlegt. Doro Schmitz (Die Grünen) warnte davor, alle Themenfelder auf einmal beackern zu wollen – und das auch noch unter Zeitdruck.

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