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Umzug der Beueler Realschule: Knappe Mehrheit für Erweiterungsbau der Anne-Frank-Schule

Umzug der Beueler Realschule : Knappe Mehrheit für Erweiterungsbau der Anne-Frank-Schule

Im Bonner Schulausschuss findet der Antrag, die Anne-Frank-Schule zu erweitern, damit alle Realschüler einen Klassenraum haben, eine denkbar knappe Mehrheit. SPD und Linke wollen Bürgerbegehren abwarten.

Leicht absurde Züge nahm vorige Woche die Schulausschusssitzung an, als es um die Beueler Anne-Frank-Schule ging. „Sanierung des Bestandsgebäudes und Erweiterung um zwei Klassen durch einen Neubau“ lautete der Antrag der Verwaltung.

Die Erweiterung müsse laut Ratsbeschluss zum Schuljahresbeginn 2017/2018 fertiggestellt sein, da sonst nicht alle 700 Schüler der Realschule Beuel am neuen Standort beschult werden könnten, hieß es in der Begründung. Mit einer verzögerten Zustimmung zur Planung sei die Zielvorstellung des Rates zum Umzug der Realschule nicht mehr zu realisieren. Der Zeitraum sei ja ohnehin sehr knapp.

Dem Antrag angeheftet war eine Planung, die die Kosten der Erweiterung und des Neubaus in Holzbauweise mit 760 000 Euro bezifferte. Erreicht werden soll eine Fläche von insgesamt vier Klassenräumen für Allgemeinunterricht für 130 Personen. Eine frühere Erstellung der Planung sei wegen des späten Ratsbeschlusses im Dezember nicht möglich gewesen, so die Verwaltung.

Im Zuschauerraum, aber auch unter einigen Politikern im Ratssaal wischte man sich die Augen. „Die SPD kann diesem Antrag auf keinen Fall zustimmen, weil in der Sache noch ein Bürgerbegehren aussteht“, machte Dörthe Ewald ihrem Ärger sofort Luft. Solange der Bürger nicht entschieden habe, dürfe die Politik nichts in Gang setzen.

Am 22. März tagt die Beueler Bezirksvertretung

Wie berichtet, will eine Elterninitiative der Beueler Realschule die Aufgabe dieser Schule in der Röhfeldstraße und damit den geplanten Umzug zur Anne-Frank-Schule in der Adelheidisstraße verhindern. Genau diesen Umzug hatte der Rat im Dezember beschlossen. Befürworter wie Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) hatten argumentiert, dass eine fällige Sanierung der Realschule Beuel am jetzigen Standort etwa vier bis fünf Millionen Euro kosten würde. Rechne man die Verlagerungskosten an die Anne-Frank-Schule und dort erforderliche zusätzliche Bauten dagegen, würde ein Verbleib der Realschule am jetzigen Standort unter dem Strich mindestens zwei bis drei Millionen Euro mehr kosten.

Die Politik dürfe nicht einfach Fakten schaffen. Das sei kein gutes Signal an die Bürgerbeteiligung, legte Ewald nach. Die Linke und der Bürgerbund schlossen sich an. Widerspruch kam von David Lutz (CDU). Man wisse nicht, ob ein Bürgerbegehren Erfolge habe, müsse aber trotzdem weiterplanen und die nötigen Schritte einleiten. Der Ausschussentscheid für den Antrag fiel denkbar knapp aus. Auch ein CDU-Delegierter stimmte dagegen, ein Grüner enthielt sich. Die Bezirksvertretung Beuel tagt darüber am 22. März. Der Rat entscheidet am 30. März.