„Kleiner Laden“ in der Friedrich-Breuer-Straße: Kindermode weicht Bäckerei in Beueler Innenstadt

„Kleiner Laden“ in der Friedrich-Breuer-Straße : Kindermode weicht Bäckerei in Beueler Innenstadt

Es wird etwas fehlen auf der Beueler Einkaufsmeile: Mitte Januar macht Angela Quadt-Ebertz ihren „Kleinen Laden“ in der Friedrich-Breuer-Straße dicht. Wo über Jahre junge Eltern nach allerlei Nützlichem und Schönen für ihren Nachwuchs und sich stöbern konnten, wird eine Bäckerei eröffnen.

„Ich habe mich entschlossen, mich beruflich zu verändern“, erklärt die junge Frau, die den Laden in zweiter Generation führt. Wirtschaftliche Erwägungen hätten zwar auch eine Rolle gespielt, aber nicht die entscheidende. Seit 2006 führt Quadt-Ebertz den Laden, den sie von ihrer im Jahr zuvor verstorbenen Mutter übernommen hatte. Seit seiner Eröffnung 1989 ist der Laden bereits zweimal umgezogen: Von der Hausnummer 94 ging es 1992 in ein Ladenlokal in Haus Nummer 53 und im Jahr 2005 schließlich in die aktuellen Räumlichkeiten in der Friedrich-Breuer-Straße 52.

Das Kernangebot von Kindermode hat Quadt-Ebertz nach und nach erweitert; mit insgesamt 116 Quadratmetern war ihr „Kleiner Laden“ eigentlich gar nicht so klein. Und das breitgefächerte Sortiment hat den Charme ausgemacht. Denn auch die Erwachsenen konnten immer etwas Hübsches finden von ausgewählter Damenbekleidung, allerlei Accessoires wie Taschen, Schmuck und Tücher bis hin zu Geschirr, Porzellan und Geschenkartikeln für jedes Alter.

Kurz vor dem Jahreswechsel konnte sich Quadt-Ebertz über mangelnde Kundschaft kaum beklagen: Eine erste Rabattaktion bescherte jungen Familien, die sich in die Schlange zur Kasse einreihten, bereits das eine oder andere nachweihnachtliche Schnäppchen. „Schade, dass Sie schließen“, waren sich viele Kunden einig. Seit seiner Eröffnung 1989 ist das Lädchen ein fester Bestandteil der Beueler Einkaufsmeile geworden. 2015 feierte das Geschäft sein 25-jähriges Bestehen und gehöre damit zu den „ältesten und traditionsreichsten Anlaufstellen für Kinderbekleidung und Accessoires in ganz Bonn“, heißt es mit erkennbarem Stolz auf der Homepage. Mit dieser Tradition ist nun ab Mitte Januar Schluss. Jetzt wird geräumt.

Die Schließung wird freilich auch von ihren Mitarbeiterinnen bedauert: „Verkäuferin im Kleinen Laden zu sein, das war teils auch unser Hobby. Wir hätten noch bis achtzig Jahre weitergemacht“, sagt Waltraudt Bubner. Drei der insgesamt sieben Verkaufskräfte sind wie Bubner bereits in Rente und helfen nebenher in Quadt-Ebertz' Lädchen aus.

Mehr von GA BONN