Zukunft der Beueler Markthallen: Kaufinteressenten haben Pläne für Beuler Markthallen

Zukunft der Beueler Markthallen : Kaufinteressenten haben Pläne für Beuler Markthallen

Wie berichtet, hatte der Stadtrat im November gegen den Plan der städtischen Tochter votiert, dort einen Wertstoffhof und ein Salzlager einzurichten. Jetzt melden zwei potenzielle Käufer ihr Interesse an.

Eine Entscheidung für die Pläne von Bonnorange hätte das Aus für die Markthallen bedeutet. Jetzt sind die zwölf Mieter froh, dass wenigstens für eine Weile Ruhe einkehrt und sie ihr Geschäft weiter betreiben können. Sie waren von dem vorbehaltlichen Kauf der Halle durch Bonnorange am 28. August 2017 nach eigenem Bekunden überrascht worden. Einige sahen durch den zwangsläufigen Umzug ihre Existenz bedroht. Das wiederum war ein Argument für Politiker, gegen den Plan von Bonnorange zu stimmen. „Für mich war entscheidend, dass funktionierender Mittelstand in Beuel nicht einfach plattgemacht wird“, bekräftigt Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) seine Entscheidung. Doch die Markthändler sind verunsichert.

Der bestehende Mietvertrag ist für die Mehrzahl, wie aus einer Verwaltungsvorlage hervorgeht, bis Ende 2018 datiert. „Wir haben bislang noch keine Kündigung erhalten und gehen davon aus, dass sich der Mietvertrag wie in den vergangenen 30 Jahren automatisch verlängert“, sagt Händler Oliver Schäfer. Drei Firmen – Schellenbach, Frisch & Fruchtig und Discher – machen sich stark, die Markthalle zu kaufen. Etwas über eine Million Euro würde sie kosten.

„Bereits vor vier Jahren haben wir dem Eigentümer zum ersten Mal mitgeteilt, dass wir kaufen wollen“, so Schäfer. „Keine Reaktion. Aber wir stehen weiterhin dazu.“ Er könne sich vorstellen, dass weitere Händler in die Markthalle ziehen. Unternehmen aus Köln und auch aus Bornheim hätten Interesse gezeigt. In diesem Szenario wäre die vorgeschriebene Nutzung der Immobilie als Großmarkthalle gewahrt.

Deutscher Volkshochschulverband meldete Interesse

Denn genau da liegt ein Knackpunkt: 1988 wurde der Großmarkthalle Bonn GbR vertraglich ein Erbbaurecht an dem städtischen Erbbaugrundstück bis 2086 eingeräumt. Laut Verwaltung wurde die Erbbaurechtsnehmerin verpflichtet, auf dem Grundstück eine Großmarkthalle zu bauen, zu betreiben und die Zweckbindung für die Dauer des Erbbaurechts zu erhalten. Daran muss sich auch jeder neue Käufer halten – solange der Rat keine Nutzungsänderung beschließt.

Daher geht es Thomas Gerwing, der mit dem Verkäufer in konkreten Verhandlungen steht, nicht zuletzt um die Frage, ob eine Markthalle Zukunft haben kann. „Die Pläne sehen grundsätzlich vor, dass die Händler bleiben können“, betont Gerwing. Allerdings müsse eine gewerbliche Kombination mit einem Neubau entstehen, die sich auszahle, beispielsweise durch ein Bürohaus, das „Office Center Markthalle Beuel“ mit bis zu 2400 Quadratmetern Nutzfläche.

Optionen seien die Erweiterung des eigenen Unternehmens, der Heizungs- und Sanitärfirma oder die Vermietung des Bürogebäudes. Wie berichtet, hat der Deutsche Volkshochschulverband mit Sitz in Beuel bereits Interesse angemeldet. Und auch die benachbarten Bonner Werkstätten wollen sich vergrößern. „Aber um jeden Preis machen wir das nicht“, so Gerwing.

Gefragt, ob Spielraum für eine Nutzungsänderung bestehe, sagt Guido Déus: „Meine politische Motivation ist, einen Mehrwert für Beuel zu erzielen.“ Die Rede sei von einem „Filetgrundstück, das durch den Maarstraßen-Anschluss der Autobahn noch wertvoller wird“. Wenn sich herausstelle, dass das Markthallenkonzept nicht mehr tragfähig sei, müsse die Zweckbindung geändert werden. „Aber das neue Konzept muss mich überzeugen, denn auch die Entwicklung des angrenzenden Quartiers um die Halle Beuel mit einer optimalen Erschließung des Kulturstandorts muss mit einfließen.“

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