Ökumene-Treff in Beuel: Katholiken vermissen den klassischen Pfarrer

Ökumene-Treff in Beuel : Katholiken vermissen den klassischen Pfarrer

Beim Ökumene-Treff stellt Pater George Joseph das Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft „Am Ennert“ vor.

„Pfarrer Babilon hat noch einfach unangemeldet die Leute besucht“, war des öfteren aus dem Plenum zu vernehmen und die Kritik zwischen den Zeilen unüberhörbar. Seit 2011 ist der indische Karmeliterorden der Unbefleckten Empfängnis Mariens (Carmelites of Mary Immaculate, CMI) mit der Seelsorge in der Pfarreiengemeinschaft „Am Ennert“ betraut und mehrere Teilnehmer, insbesondere Katholiken, am Ökumene-Treff am Dienstagabend ließen durchblicken, dass sie einen Pfarrer auf Lebenszeit wohl den häufig wechselnden Patres vorziehen würden.

Deren Leiter, Pater George Joseph, war bei dem regelmäßig jeden Monat veranstalteten Treffen, das diesmal in der evangelischen Nommensen-Kirche stattfand, zu Gast und stellte den Anwesenden das Seelsorgerteam vor. Dabei gewährte er Einblicke in den Alltag der Geistlichen und begründete den Wechsel damit, dass die Ordensleitung sich wünsche, dass die Seelsorger Erfahrung sammeln sollen.

George gehört dem CMI-Orden an und bildet mit Pater Tijo und Pater Pious das Seelsorgeteam in der Pfarreiengemeinschaft mit den drei Gemeinden Sankt Adelheid Pützchen, Christ König Holzlar, Sankt Antonius Niederholtorf. Die 130 CMI-Patres, die in Deutschland eingesetzt sind, werden seit Dezember 2013 von der Ordensniederlassung im ausgebauten Pützchener Pfarrhaus aus betreut.

George ist mit einer halben Stelle Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft und dort unter anderem für die Ökumene-Arbeit zuständig. Daneben ist er als Ordenskoordinator tätig. Zumindest ersteres schien ihm aber nicht direkt bewusst zu sein, denn er zeigte sich durchaus erstaunt, in den Unterlagen als Verantwortlicher für Ökumene und Wallfahrt genannt zu sein.

Neben der Vorstellung des Seelsorgeteams der katholischen Ennert-Pfarreien ging es bei dem Treffen auch um eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Ökumenetreff Holzlar: Aus eher historischen Gründen – Holzlar gehörte vor seiner Eingemeindung nach Bonn in den 60er Jahren nicht zu Beuel, sondern zum Amt Menden – sind die Holzlarer Protestanten in einer Pfarrgemeinschaft mit der evangelischen Gemeinde im zu Sankt Augustin gehörigen Hangelar verbunden und haben mit den Katholiken von Christ-König ein eigenes Format etabliert.

„Wir überlegen, fünf Mal im Jahr ein Ökumene-Treffen mit den Holzlarern zu veranstalten“, gab Pfarrerin Bettina Gummel von der evangelischen Gemeinde Beuel-Ost eine Idee der Gemeinden weiter. Das könne dann abwechselnd an den evangelischen und katholischen Kirchen in Holzlar, Pützchen und Holtorf stattfinden. (