Sitzung im Beueler Brückenforum: Karnevalsfründe Durschlöscher lassen den Prinzen tanzen

Sitzung im Beueler Brückenforum : Karnevalsfründe Durschlöscher lassen den Prinzen tanzen

Die Kostümsitzung der Karnevalsfründe im Brückenforum hatte dieses Mal eine Überraschung parat: Seine Tollität Thomas I. sollte auf der Bühne tanzen. Für den gelernten Tanzschullehrer war das aber kein Problem - und schlagfertig war er noch dazu.

Den Bonner Prinzen hätte es auf der Sitzung der Karnevalsfründe Durschlöscher schlimmer treffen können. Der Verein denkt sich ja für seine große Kostümsitzung immer eine Aufgabe für die Tollität aus, und Thomas I., seines Zeichens Tanzschullehrer, sollte am Samstagabend im Beueler Brückenforum tanzen.

Die Choreographie hatten sich die beiden Männerballette „Asseler Schneeflöckchen“ und „Prinzengarde Rietberg“ ausgedacht und über die große Distanz per Videochat geprobt. Und sie war nicht allzu komplex, Thomas Zimmermann hatte den Dreh schnell raus. Bonna Anne-Christin I. durfte sich das Ganze von der Seite bei einem Glas Sekt anschauen und hatte ihren Spaß. Der Prinz hatte aber für Durschlöscher-Präsident Jürgen Klasen auch eine Überraschung parat: Er lud ihn und seine Frau zu einer Tanzstunde ein.

Saal mit fast 1000 Gästen ausverkauft

Wie gewohnt war der Saal mit fast 1000 Gästen ausverkauft, und wie bei den Karnevalsfründen üblich, wurde das Programm bis zuletzt geheim gehalten. Auf der Bühne begrüßte Klasen das Reitercorps „Jan von Werth“ 1925 aus Köln sowie das Tanzcorps „Agrippina Colonia“ und die Showtanzgruppe „High Energy“. Die beiden Männerballette - die Rietberger sind NRW-Meister, die Asseler Rheinland-Pfalz-Meister - traten in einem Tanzbattle gegeneinander an. Musik boten die „Klüngelköpp“, „Fabian Kronbach und Band“ und die Show-Big-Band „Die Mennekrather“. Dave Davis amüsierte als „Mr. Motombo“ und Bernd Stelter feierte sein 30-jähriges Bühnenjubiläum.

Das Publikum war bunt gemischt und gut gelaunt. An einem Tisch hatte sich eine Gruppe fescher Gartenzwerge versammelt: Die Mädchentanzgruppe der Godesberger Stadtsoldaten hatte sich diese Sitzung ausgesucht, um mal privat Karneval zu feiern und die Jecken nicht nur von der Bühne aus zu sehen. Für Nuria Heuser war es der erste Besuch dieser Sitzung. „Wir sind mal bei den Durschlöschern aufgetreten und fanden die Stimmung gut“, erzählte sie. Die wollten sie mal richtig erleben. Was das unbekannte Programm anging, sei sie zwiegespalten gewesen. „Aber ich habe gehört, dass die Sitzung ausverkauft ist, und dachte, sie wird so schlecht nicht sein.“ Heuser fühlte sich gut unterhalten, allerdings gehören sie und ihre Kolleginnen eher zu der Party-Generation, Redner führen zu einem Stimmungsabfall. Zumal dann, kommentierte Heuser, wenn etwa Bernd Stelter zwei Drittel seines Programms mit dem Programm vom letzten Jahr gefüllt habe.

Zu den Ehrengästen, die eingangs begrüßt wurden, gehörte die Lebenshilfe Bonn, die einen Stand am Eingang hatte. Der Verein feiert 2019 sein 60-jähriges Bestehen, aus diesem Anlass hatten die Durschlöscher ihm schon 1111 Euro gespendet und sammeln laut Lebenshilfe-Pressesprecherin Susanne Land das Jahr über Spenden. Auch, um der Lebenshilfe die Teilnahme mit 130 Personen am Bonner Rosenmontagszug zu ermöglichen, für die sie unter anderem Rikschas anmieten. Zur Sitzung hatte der Verein einige Menschen mit Behinderung mitgebracht, die dem Programm begeistert folgten und immer wieder Selfies machten.

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