Räuberische Erpressung: Jugendbande treibt ihr Unwesen in Beuel

Räuberische Erpressung : Jugendbande treibt ihr Unwesen in Beuel

Eine Jugendbande treibt seit einem halben Jahr im Beueler Stadtbezirk ihr Unwesen. Entsprechende Informationen des General-Anzeigers bestätigten Bonner Polizei und Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

"Die Staatsanwaltschaft Bonn führt ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere jugendliche Täter wegen des Verdachts des Raubes und der räuberischen Erpressung", sagte Pressesprecher Fred Apostel. Seine Kollegin Daniela Lindemann von der Bonner Polizei ergänzte: "In den vergangenen Monaten kam es zu mehreren Straßenraubdelikten in Beuel und Oberkassel. Geschädigte waren Jugendliche und Heranwachsende." Mit diesen stünde die Polizei in Kontakt.

Eine Mutter aus Oberkassel hatte sich beim GA gemeldet und berichtet, dass eine Jugendbande seit mindestens November den Ort terrorisiere. "Mein 16-jähriger Sohn ist auch überfallen worden, sie haben sein Handy erbeutet", so die Mutter, die nach der Tat Anzeige erstattete.

Ihr seien mindestens 45 Delikte zwischen Beuel-Zentrum und Oberkassel bekannt, wobei letzteres im Zentrum der Agitation stehe. Diese Zahl wollten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft kommentieren, allerdings ließ Pressesprecher Apostel durchblicken, dass die Ermittlungen sehr umfangreich seien. Um eben jene nicht zu gefährden, wollten die beiden Behörden keine weiteren Angaben zu den Vorfällen machen.

Laut der Oberkasselerin handeln die Jugendlichen, die zwischen 15 und 17 Jahre alt sind, immer gleich: "Sie gehen angeblich zur Schule, steigen stattdessen in die Bahn und gucken, wen sie abziehen können." Das Wort "abziehen" wird im Jugendjargon benutzt, wenn die Täter Telefone, Zigaretten, Kleidung, Geld oder Käppis erbeuten wollen.

Die Opfer sind meist gleich alt, schwächer als ihre Angreifer und alleine unterwegs. "Sie schrecken auch vor Drohungen nicht zurück, zum Beispiel brennende Zigaretten in den Augen auszudrücken", erzählt die Frau. Die Polizei hat laut Lindemann ihre Präsenz verstärkt und verzeichnet nach eigenen Angaben einen Rückgang. Dem jedoch widersprach die Mutter und berichtete von weiteren Übergriffen am vergangenen Wochenende.

Die Polizei rät Eltern generell, ihren Kindern gut zuzuhören und nachzufragen, wenn ein Wertgegenstand oder ein Kleidungsstück fehlt. "Wenn es sich als kriminelle Tat entpuppt, sollte Anzeige erstattet werden", so Lindemann.

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