Irischer Tanz: Irish-Dance-Wettkampf in Beuel ausgetragen

Irischer Tanz : Irish-Dance-Wettkampf in Beuel ausgetragen

Die Greenwood School of Irish Dancing richtete den Regionalwettkampf „Bonn Open Feis“ aus. Hauptsächlich Frauen und Mädchen haben mitgemacht.

Am Wochenende schlafen Schulkinder gerne mal ein bisschen länger. Vergleichsweise früh musste Jana am Samstag aufstehen: Für ihre Hochsteckfrisur brauchte die Zwölfjährige eine Weile. Dann schminken und zusehen, dass das Tanzkleid sitzt, frühstücken und nach Oberkassel fahren. Denn ihr stand ein Irish-Dance-Wettkampf bevor, mal wieder, und entsprechend aufgeregt war sie. „Am Morgen, wenn man aufwacht, hat man ein Kribbeln im Bauch“, erzählte sie. „Auf der Bühne verstärkt sich das Kribbeln noch.“ Doch diesen Nervenkitzel findet sie toll.

Den 14. Bonn Open Feis (gesprochen „Fäsch“) – so das irische Wort für diese Wettkampfveranstaltungen – trug die Bonner Greenwood School of Irish Dancing, in der Jana lernt, in der Jupp-Gassen-Halle in Oberkassel aus. Es handelt sich um eine Regionalmeisterschaft, aber die knapp 200 Teilnehmer kamen nicht nur aus der Region. „Es kann jeder kommen“, sagte Jelena Haramis, die mit Heike Fröhlich die Schule gegründet hat und leitet. Von Ostfriesland bis Niederbayern waren Tänzerinnen – und auch ein paar Tänzer – vertreten. Aber auch aus den Niederlanden, Russland, der Ukraine, Irland und anderen Ländern.

Jana tanzt seit sieben Jahren. „Meine Mutter hat auch schon getanzt“, erzählt sie. Ebenso wie ihre ältere Schwester. „Es macht Spaß. Man bewegt sich viel. Das ist aber auch manchmal anstrengend“, so Jana. Sie hatte knapp zwei Wochen vorher angefangen, für die sechs Kategorien zu üben, in denen sie vor den Juroren tanzte: beim „Light Jig“, „Slip Jig“, „Single Jig“ und „Traditional Set“ bei den Beginners. Bei „Reel“ und „Treble Jig“ in der nächsthöheren Kategorie Primary. Mit Erfolg: Sie schaffte einen ersten und einen zweiten Platz. Irish Dance ist auf Champions-Niveau Hochleistungssport, das konnte man sehen. Getanzt und bewertet wurde in diversen Kategorien: im Solo-Tanz oder im „Two-Hands“ mit Partner, im „Ceili“ mit bis zu sechs Tänzerinnen, Hard- oder Softshoe, also mit Steppschuhen oder ohne. Man müsse an mehreren Regional-Feis' teilnehmen, um zur deutschen Meisterschaft zugelassen zu werden, erklärte Haramis. Eine Show gab es diesmal nicht, bei der Geschichten erzählt werden, wie Janas Freundin Ellie (10) erklärt. So ging es im vergangenen Jahr um „Shaun das Schaf“. „Das ist mein Lieblingstanz“, sagte Ellie, die an diesem Samstag nicht mittanzte, sondern anfeuerte. Sie mag am Irish Dance, „dass man, wenn man übt, alles zusammen macht“.

Hauptsächlich sah man in der Halle Mädchen und Frauen. Die Greenwood School hat aktuell nur einen Tänzer. „In Russland tanzen wesentlich mehr Jungs und Männer“, sagte Haramis. In Irland sehe man vorrangig Kinder und Jugendliche. „Die kannten das Konzept nicht, auch als Erwachsene zu tanzen.“ Schon gar nicht, im Erwachsenenalter erst anzufangen. Und dort stehe der Wettkampfgedanke im Vordergrund. „Die Iren haben den Spaßfaktor erst durch uns entdeckt.“

Die Greenwood School schnitt ganz gut ab, bei den Champions holten U17-Tänzerin Sara Brazil und U25-Tänzerin Celine Zimmermann Pokale. Bewertet wurden natürlich die Tanzschritte, aber auch die Körperhaltung – nur die Beine tanzen, Oberkörper und Arme bleiben unbewegt. „Und eigentlich sollen sie lächeln“, so Haramis, „aber sie sind dafür oft zu konzentriert.“ Im nächsten Jahr richtet die Bonner Schule die Deutsche Meisterschaft aus. Dafür sucht man noch einen Veranstaltungsort, der groß genug ist.

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