Initiative Quartiersentwicklung Beuel: Markt der Möglichkeiten als Ideenbörse

Interview mit Werner Koch : „Markt der Möglichkeiten“ als Ideenbörse in Beuel

Die Initiative Beueler Kreativquartiersentwicklung blickt auf ein sehr abwechslungsreiches erstes Jahr zurück

Als sich die Initiative Beueler Kreativquartiersentwicklung vor gut einem Jahr gegründet hat, konnte kaum jemand vermuten, dass die Initiative mit den Protagonisten Brotfabrik/Traumpalast, Pantheon-Theater, Junges Theater, Popfarm und dem Atelier im Baumhaus derart durchstarten würde. Zu der Entwicklung, den Ergebnissen der GA-Umfrage und den gewonnenen Erkenntnissen aus dem Beueler Treff äußerte sich der Sprecher der Initiative, Werner Koch, gegenüber Holger Willcke.

Wie bewerten Sie das erste Jahr der Initiative?

Werner Koch: Sehr positiv! Es ist uns gelungen, wichtige Kulturschaffende in Beuel an einen Tisch zu bekommen und mit einer Stimme gegenüber Verwaltung und Politik zu sprechen. Dies wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen. Auch war die Verwaltung in Person der neuen Sport- und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger fast bei allen unseren monatlichen Treffen dabei. Ihre offene Art und unkonventionelle Herangehensweise ist mit Sicherheit nicht nur für die Quartiersentwicklung in Beuel eine große Bereicherung.

Die Initiative hat eine Reihe von Aktionen organisiert. Welche waren die wichtigsten?

Koch: Die Veranstaltungen standen von Beginn an auf unserer Agenda. Mit unterschiedlichen Angeboten wie der Zukunftswerkstatt, der Schaufensterausstellung, dem Beuel-Walk in der Innenstadt und der grandiosen Kul-Tour an einem Samstag wollten wir alle Bürger mit einbeziehen. Sie sollten so nicht nur die außergewöhnlich vielfältigen Kultureinrichtungen in Beuel kennenlernen, sondern auch die Menschen, die sich Tag für Tag für Kultur in Beuel einsetzen. Beispielhaft nenne ich das Atelier im Baumhaus mit Wolfgang Hunnecke, einem Beueler Künstler mit unendlich vielen Ideen.

Sind auch für die Zukunft weitere Aktionen geplant?

Koch: Selbstverständlich. Dem Beuel-Walk in der City wird ein Beuel-Walk in Beuel-Ost folgen, die Schaufensterausstellung soll 2020 in jedem Fall wiederholt werden und die Aktivitäten der Brotfabrik in Form der Zukunftswerkstatt und der Kul-Tour schreien geradezu nach einer Neuauflage. Mit Frau Schneider-Bönninger und dem Theaterintendanten Bernhard Helmich planen wir zudem für den 10. Mai 2020 den ersten Beueler Markt der Möglichkeiten. Hierbei können sich Vereine und Institutionen präsentieren und ihren Stellenwert für den Stadtbezirk präsentieren. Das natürlich unter dem Motto „Beuel hat’s“.

Wie bewerten Sie konkret die Diskussionen über das Gelände der Halle Beuel, insbesondere mit Blick auf die spätere Nutzung des Malersaals?

Koch: Ich persönlich halte es für falsch und keinesfalls zielführend, ohne den Hausherren, Theaterintendant Helmich, über dieses Thema zu diskutieren. Deshalb hält sich die Initiative auch ganz bewusst aus diesen Diskussionen heraus. Dies habe ich Herrn Helmich in einem Telefonat nochmals versichert. Ein Quartier mit dieser Bedeutung für den Stadtbezirk Beuel entwickelt man nur, wenn alle Beteiligten vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Wie bewerten Sie das aktuelle Ergebnis der GA-Umfrage zur

Quartiersentwicklung?

Koch: Die Beueler stehen hinter der Initiative, dass bekomme ich fast täglich zu hören und wird auch in der Umfrage deutlich. Wenn 85 Prozent der Befragten spontan tolle Vorschläge für eine Kreativquartiersentwicklung machen, dann heißt das im Umkehrschluss für mich, dass sie sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht haben. Interessant ist hierbei, dass die Mehrheit der Befragten eine Ausdehnung der Quartiersentwicklung auch auf Beuel-Mitte begrüßen würde.

Wie stehen Sie dazu?

Koch: Für mich bedeutet das an erster Stelle, dass die Beueler nach vielen Jahrzehnten die durch die Bahnlinie vorhandene strikte Trennung zwischen Ost und Mitte aufweichen wollen. Hierzu hat die Verwaltung bereits einen wichtigen ersten Schritt vollzogen, indem sie das gesamte Bahnhofsgelände mit in die Quartiersentwicklung einbezogen hat. Wenn nunmehr noch die Obere Wilhelmstraße als Verbindungsstraße zwischen Mitte und Osten in die Betrachtung der Quartiersentwicklung Berücksichtigung findet, wäre das ein weiterer wichtiger Schritt. Auch die Kultureinrichtungen in Beuel- Mitte gehören selbstverständlich in die Betrachtung einbezogen. Das haben wir der beauftragten Agentur nochmals mit Nachdruck deutlich gemacht.

Mehr von GA BONN