Neu-Beueler: In den eigenen vier Wänden

Neu-Beueler : In den eigenen vier Wänden

Die erste gemeinsame Wohnung ist meist etwas Besonderes. Die geeignete Größe und Aufteilung zu finden, das Mobiliar auszusuchen und zwei individuelle Geschmäcker zu vereinen, ist nicht immer leicht.

Kommunikationsmanagerin Alisa Wilken war vor rund einem Jahr gezwungen, diese Entscheidungen überwiegend alleine zu treffen. "Michael war zu dem Zeitpunkt beruflich in Südtirol. Als ich die Wohnung das erste Mal gesehen habe, war ich sofort verliebt. Ich habe ihn dann via Skype angerufen und von der Wohnung überzeugen können", erzählt die 26-Jährige.

Ein Kompromiss sei es 2014 gewesen, dass sie alleine suchte. Denn er wollte als gebürtiger Beueler noch mehr von der Welt sehen, während sie sich als Hinzugezogene aus dem Münsterland einleben wollte. Kennengelernt haben sich die beiden 2010 im Studium. Er studierte an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (HBRS) Maschinenbau, nachdem er in Sankt Augustin aufgewachsen war.

Sie absolvierte gerade ihren Bachelor im Studiengang Technikjournalismus/PR und musste hierfür eine zweite Fremdsprache belegen. Sie entschied sich für Spanisch. Er belegte den Sprachkurs ebenfalls - im Gegensatz zu ihr allerdings freiwillig. "Damals war ich vielleicht etwas überfleißig, aber wie man sieht hat es sich gelohnt", scherzt der 28-Jährige.

Wie der Zufall es wollte, mussten beide eine Präsentation ausarbeiten und über die Sache wurde aus den Kommilitonen ein Liebespaar. Nach nur zwei Monaten musste Alisa Wilken jedoch zum ersten Mal Abschied von ihrem Liebsten nehmen. Für sein Praxissemester zog es den Ingenieur für ein halbes Jahr nach Mainz. Für den Master verbrachte er danach mehrere Monate in Liechtenstein und durchlief als Trainee beim Engineering-Unternehmen GKN Driveline die Standorte in Trier, Lohmar, den USA, Schweden und Südtirol. Sie führten jahrelang eine Fernbeziehung, die dank Skype, Whatsapp und Email funktionierte.

Die Technikjournalistin sieht diese Zeit pragmatisch: "Es mag unromantisch klingen, aber ich dachte: Probieren wir es einfach aus. Am Anfang war es natürlich schwierig, aber ich habe Michael oft besucht. So gingen die Monate schnell vorbei." Ablenkung hatte die Technikjournalistin mit ihrem eigenen Studium.

Nach dem Bachelor schloss sie auch ihren Master in Technik- und Innovationskommunikation an der HBRS ab und arbeitete parallel beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz. Bis 2014 blieb sie dem DLR treu und wechselte Anfang 2015 zur Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) nach Bonn, während Griebler von GKN Driveline in Lohmar übernommen wurde.

"Damals mussten wir beide immer zur Arbeit die Rheinseite wechseln, was viel Zeit kostete. Die Nordbrücke war gesperrt und der Verkehr eine Katastrophe, deshalb wollten wir hierher ziehen", erklärt die Kommunikationsmanagerin. Sie erkundeten bei einer Fahrradtour die schäl Sick und waren sich schnell einig, dass es ein geeigneter Ort zum Wohnen ist.

"Als Stadtteil ist Beuel ideal. Wir sind schnell in der Innenstadt, an Rhein und Sieg können wir spazieren gehen oder Fahrradfahren. Das ist einfach schön", findet Michael Griebler. Deswegen will das Pärchen auch erst einmal bleiben und freut sich bereits auf den ersten gemeinsamen Sommer in den eigenen vier Wänden.

Kennen Sie jemanden, der in den Stadtbezirk gezogen ist und von seinen Erfahrungen als Neubürger berichten möchte? Oder sind Sie sogar selbst ein Neu-Beueler? Dann melden Sie sich bei uns unter beuel@ga-bonn.de oder 02 28/6 68 84 66. Wir freuen uns auf Vorschläge.

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