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Chocolaterie & Café in Oberkassel: Höchste Qualität "von der Bohne weg"

Chocolaterie & Café in Oberkassel : Höchste Qualität "von der Bohne weg"

Er ist der "Schokoladentester": Die überarbeitete Version seines gleichnamigen Buches stellt Schokoladenfachmann Georg Bernardini am Samstag, 7. November, im Rahmen der Oberkasseler Kulturtage vor. Stefan Knopp stellt den Inhaber der Chocolaterie & Café Georgie Ramon vor.

Woher kommt ihre Schokoladenleidenschaft?
Georg Bernardini: Das kam erst Anfang der 2000er, als wir die besonderen Schokoladen kennengelernt haben von einem Domori oder Amadei. Da haben wir gelernt, was Vielfalt ist. Ich empfand als Kind und zu Beginn meiner Ausbildung dunkle Schokolade als nicht schmackhaft. Aber da kannte ich noch keine gute Schokolade, sondern nur die normale aus dem Supermarkt, und die ist aromatisch einfach flach und schmeckt nach Kakao, aber mehr nicht.

Und jetzt sind Sie ein Fachmann. Sie können also Supermarktschokolade von selbst hergestellter am Geschmack erkennen?
Bernardini: Das ist überhaupt gar kein Problem. Da gehe ich auch jede Blindverkostung ein. Die großen Firmen nehmen eine Massenware, eine Bohne, die keine Nebenaromen hat. Die kleinen Hersteller greifen auf sehr hochwertige Kakaobohnen zurück.

[Schokolade herstellen]Woher kommen Ihre Bohnen?
Bernardini: Wir haben verschiedene aus Madagaskar, der Dominikanischen Republik, Ghana und Belize. Demnächst werden wir weitere Herkunftsländer haben, wie Fidschi oder Salomon Islands. Ich habe durch das Buch den Zugang zu Lieferanten bekommen. Das ist natürlich ein sehr schöner Vorteil. Irgendwo muss man sich ja auch vom Mitbewerber differenzieren. Da ist es sehr hilfreich, wenn man besondere Bohnen bekommen kann.

Welche ist Ihre bislang ungewöhnlichste Kreation?
Bernardini: Wir haben eine Brokkolischokolade mit gesalzenen Mandeln gemacht, die eigentlich auch einzigartig bisher ist auf dem Markt. Das polarisiert natürlich. Die einen finden das genial, die anderen sagen, es geht gar nicht. Aber alle erkennen an, dass es qualitativ hochwertig ist.

Wo kommt Ihrer Meinung nach die beste Schokolade her?
Bernardini: Ich bin der Meinung, dass nicht nur die besten, sondern auch die interessantesten Schokoladen mittlerweile aus den USA kommen. Dort haben wir zurzeit geradezu eine Revolution von Herstellern, die wie wir "bean to bar" arbeiten, also von der Bohne zur Tafel, im Deutschen sagen wir "von der Bohne weg". Da hat sich eine Szene gebildet, die ihresgleichen sucht. Vor fünf Jahren gab es ungefähr 100 Bean-to-bar-Hersteller, jetzt sind wir bei über 300.

Und wie viele gibt es in Deutschland?
Bernardini: In unserer Größenordnung sind das fünf, sechs, höchstens acht. Auch in Deutschland fängt es so langsam an, aber es ist natürlich schwieriger: Die Gesetzgebung in Deutschland ist deutlich komplizierter als zum Beispiel in den USA.

Kommt Ihre Geschäftsidee in Oberkassel an?
Bernardini: Die Oberkasseler mögen uns. Besonders die Pralinen sind sehr beliebt. Wenn wir Schokolade verkosten lassen, sind die Leute sehr beeindruckt von der Qualität. Wir machen auch Kuchen, und die waren in der Sommerzeit eher angesagt. Wer isst schon bei 30, 35 Grad Schokolade? Jetzt kommt die Weihnachtssaison, da werden die Leute auch Pralinen und Tafelschokolade kaufen. Was sehr gut ankommt ist, dass die Leute sehen, hier wird wirklich selbst hergestellt.

[Zur Person]

Die Buchvorstellung "Die besten Schokoladen und Pralinen der Welt" inklusive Verkostung von Schokoladensorten aus verschiedenen Ländern und Herstellern beginnt am Samstag, 7. November, um 15 Uhr. Dafür muss man sich bei Georg Bernardini im Geschäft, Königswinterer Straße 624 anmelden. Veranstaltungsort ist "La MediTerrine" nebenan.

Das Programm am Dienstag der Oberkasseler Kulturtage

  • Mitmach-Aktion: Im Rahmen der Oberkasseler Kulturtage findet am Dienstag, 3. November, von 15 bis 17 Uhr unter dem Titel "AugenBLICKmal" eine Mitmach-Aktion für Kinder von und mit Steffi Bohn und Bettina Heyne in der Gottfried-Kinkel-Grundschule, Kastellstraße 31, statt.
  • Konzert: Als Frauenensemble dulden die "Chorallen" nur einen einzigen Mann in ihrer Mitte. Axel-E. Hoffmann ist der Herr für den guten Ton. Mit einem breiten Repertoire von Gospel, Pop und Schlagern verbreiten die Sängerinnen gute Laune. Aber auch mit ruhigeren Klängen wissen sie zu verzaubern. Ab 20 Uhr singen sie in der Alten Evangelische Kirche, Zipperstraße, unter dem Titel "Roter Rosen Regen" bekannte Melodien.
  • Kunstmeile: Die Oberkasseler Kulturtage dauern noch bis Sonntag, 8. November. Auf der Oberkasseler Kunstmeile, der Königswinterer Straße und darum herum, stellen über 40 bildende Künstlerinnen und Künstler ihre Werke in Oberkasseler Geschäften oder in eigenen Ateliers aus. hjh

Das vollständige Programm der Oberkasseler Kulturtage liegt in Geschäften aus und ist im Internet unter www.oberkasseler-kulturtage.de nachzulesen