Biologische Station: Hilfe für Sonnenanbeter

Biologische Station : Hilfe für Sonnenanbeter

Sie liebt die Sonne und warme Plätze auf Natursteinen: die Mauereidechse. Auf der Sonnenseite Bonns, in Beuel, gibt es vor allem an den alten Basaltmauern in Oberkassels einige Rückzugsgebiete für diese Eidechsen. Die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft pflegt diese Verstecke regelmäßig.

Vor wenigen Tagen war es wieder so weit: Unter dem Motto "Hilfe für die Mauereidechse" trafen sich Mitarbeiter der in Dransdorf ansässigen Biologischen Station und freiwillige Helfer in Oberkassel zu einer Mitmachaktion in Sachen Naturschutz.

Unter der Leitung von Gerrit Klosterhuis und Monika Hachtel half eine kleine, aber schlagkräftige Gruppe von sechs Helfern, Basaltmauern bei Oberkassel von Brombeeren, Waldreben und Efeu zu befreien, um mehr Sonne an die Steine zu lassen und so den Lebensraum der dort beheimateten seltenen Eidechsen zu verbessern. In diesem Jahr beteiligte sich die Biostation auch an der Aktion Bonn picobello und sammelte Müll entlang der Oberkasseler Mauern ein, immerhin vier Müllsäcke und Einiges an Altglas kamen dabei zusammen.

"Wir führen diese Aktion schon seit dem Jahr 2001 zwei- bis dreimal jährlich durch, um die Mauern freizuhalten. Das Besondere an den schönen alten Basaltmauern sind ihre Größe und ihre vielen Spalten und Löcher, die den Eidechsen als wichtige Verstecke, Rückzugsräume und Überwinterungsplätze dienen", berichtete Gerrit Klosterhuis.

Nachdem in den ersten Jahren der Erfolg etwas schleppend war, hat sich durch die regelmäßige Pflege in den vergangenen Jahren das Vorkommen deutlich vergrößert. "Dank der intensiven Zählungen Ehrenamtlicher wissen wir, dass mittlerweile über 70 Eidechsen hier leben. Für die kleine Fläche ist das eine stolze Zahl", ergänzte Monika Hachtel.

Besonders erfreulich in diesem Jahr sind die vielen Jungtiere, die zeigen, dass es auch mit dem Nachwuchs klappt. Für die Zukunft eines Vorkommens ist die erfolgreiche Fortpflanzung der eierlegenden Mauereidechse oft der Knackpunkt, da die Eier von der Sonne ausgebrütet werden. Die Mauereidechse erreicht in Bonn die Nordgrenze ihrer Verbreitung und ist daher in der Region selten. Für die Stadt Bonn besteht daher eine besondere Verantwortung zum Erhalt dieser bedrohten Tierart. hol

Wer die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft beim lokalen Naturschutz unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, sich per E-Mail unter Info@Biostaiton-Bonn-rheinerft.de zu melden.

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