Heimatmuseum in Beuel: Heimatverein feiert seinen 70. Geburtstag

Heimatmuseum in Beuel : Heimatverein feiert seinen 70. Geburtstag

Die Brauchtumspfleger feiern ihr Jubiläum in den historischen Räumen an der Wagnergasse. Vereinsmitglieder spielen Episoden aus dem Gründungsjahr 1947.

Langsam hebt sich das schwarze Tuch mit der goldenen 70 und darunter kommt eine brandneue Litfaßsäule mit den aktuellen Veranstaltungshinweisen des Beueler Heimatmuseums zum Vorschein. Bis Inke Kuster und Petra Clemens die neue „Werbetrommel“ des Vereins enthüllt hatten, war kaum jemandem im Publikum der Aufbau direkt neben dem Podium aufgefallen.

Volles Haus, oder noch besser gesagt volle Scheune, hieß es am Mittwochmorgen in dem historischen Fachwerkanwesen in der Wagnergasse anlässlich einer Feierstunde zum 70. Geburtstag des Heimat- und Geschichtsvereins: Bis auf den letzten Platz war der Vortragssaal der Museumsscheune gefüllt, als der Vorsitzende Volker Engel die trotz Dauerregens so zahlreich erschienenen Gäste begrüßte.

Nach einer kurzen Laudatio von Professor Heijo Klein von der Universität Bonn und Grußworten von Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU), Pfarrerin Heike Lipski-Melchior von der evangelischen Kirchengemeinde Beuel und dem Filmemacher Georg Divossen bot das Museums-Urgestein Hans Lennarz den Gästen dann Gelegenheit, in einem historischen Rückblick das Gründungsjahr 1947 noch einmal Revue passieren zu lassen.

Ständchen der "Museums-Mösche"

Stilecht ausgestattet mit Kopftuch und Kittelschürze visualisierten direkt im Anschluss die Vereinsmitglieder Sybille Marks, Inke Kuster und Petra Clemens ausgewählte Episoden aus eben diesem Jahr.

Für das musikalische Begleitprogramm waren die „Museums-Mösche“, was auf hochdeutsch so viel wie Museumsspatzen bedeutet, verantwortlich. Unter anderem begeisterte der vereinseigene Chor das Publikum mit einem Heimatlied. Das hatte der ehemalige Vereinskämmerer Kurt Krämer auf Beethovens, auch als Ode an die Freude bekannten, vierten Satz der 9. Sinfonie getextet.

„Froh zu sein bedarf es wenig“ lautete ein weiterer Titel, mit dem die „Spatzen“ die Feierstunde eingeleitet hatten. Und der hätte kaum besser passen können, denn der Verein verdankt seinen Erfolg nicht etwa großen finanziellen Investitionen, sondern vielmehr dem ständigen Engagement seiner Mitglieder, wie auch Geschäftsführerin Gertrude Jöbsch in ihrer abschließenden Präsentation noch einmal herausstellte.

Der am 8. März 1947 gegründete Verein betreibt seit 1986 mit dem Heimatmuseum im ältesten noch stehenden Fachwerkhaus Beuels das erste stadtgeschichtliche Freilichtmuseum Bonns. Gründer und erster Vorsitzender des Vereins war der Kunsthistoriker und Hochschullehrer Heinrich Neu.

An der eingangs erwähnten Litfaßsäule werden die Museumsbesucher übrigens in Zukunft die Plakate mit den jeweiligen Veranstaltungsankündigungen finden.