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Jugendzentrum Flax: Heftige Diskussionen ums Flax

Jugendzentrum Flax : Heftige Diskussionen ums Flax

Das zweite Beueler Jugendforum ist am Donnerstag mit einem Knall gestartet. Drei Besucher des städtischen Jugendzentrums Flax, um das es seit Monaten wieder heftige Diskussionen gibt, wurden des Ratsaals verwiesen.

Der Grund: Die Veranstaltung war für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren angesetzt, die anwesenden Flax-Besucher waren aber 18 Jahre und älter. Lautstark protestierten die Flax-Besucher gegen den Rauswurf.

"Es wurde uns zugesagt, dass nichts gegen unsere Interessen einfach durchgesetzt wird, und dass es einen Runden Tisch geben wird, aber es passiert nichts", sagte Jannis Korte. Der 25-Jährige macht seit rund drei Jahren regelmäßig im Flax Sport. Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, Andrea Koors, versuchte gemeinsam mit der für Beuel zuständigen Jugendpflegerin Lou Krahnke vor der Tür vergeblich, die Wogen zu glätten. Eine hitzige Diskussion entfachte sich.

Zuvor hatten ein Dutzend Flax-Besucher und Eltern vor dem Rathaus mit einem Runden Tisch aus Pappe für ihr Mitspracherecht demonstriert. Unterstützt wurden die Demonstranten von der Stadtverordneten Monika Krämer-Breuer (CDU) und Jürgen Repschläger (Die Linke).

Auch Krämer-Breuer will der Verwaltung die immer wiederholte Aussage, das Flax werde nicht geschlossen, nicht glauben. "Es ist jetzt schon zu sehen, dass alles reduziert wird." Es hatte bereits im Frühsommer Unmut darüber gegeben, dass das Zentrum in den Ferien nur drei Wochen geöffnet war, die kommissarische Leiterin nach Tannenbusch versetzt und die Kinder der Kita "Mach mit" in dem Gebäude untergebracht und für weitere Kitagruppen Container auf dem Gelände aufgestellt wurden.

Inhaltlich wollte sich Koors gegenüber dem GA nicht zu den Vorwürfen der Flax-Besucher äußern. Für die Entscheidungen rund um das Jugendzentrum sei der Jugendamtsleiter Udo Stein zuständig. Sie räumte aber ein: "Das Vertrauen ist futsch."

Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) und der Grünen-Bezirksverordnete Werner Rambow unterstrichen noch einmal die Forderung der Bezirksvertretung, einen Runden Tisch zum Flax einzuberufen. "Wenn nötig, beschließen wir das noch einmal", sagte Déus. Der Runde Tisch solle noch in diesem Jahr stattfinden, teilte das Jugendamt gestern auf GA-Anfrage mit. Das sei auch bereits vor den Sommerferien angekündigt worden.

Nach der anfänglichen Aufregung konnte das Jugendforum starten. In zwei Arbeitsgruppen machten sich die 15 Delegierten Gedanken zu den Themen "Freizeit in Bonn" und "öffentlicher Personennahverkehr". So wünschten sie sich beispielsweise mehr freie Flächen, beleuchtete Haltestellen und kostenlose Fahrradmitnahme und Nachtbusfahren mit dem Schülerticket. "Eine gute Gelegenheit, die Sachen loszuwerden, die einem selbst wichtig sind", sagte Johannes (17), Delegierter der Jugendfarm.

Ziel sei es, betonten Koors und Déus, Jugendliche dafür zugewinnen, sich bei jugendpolitischen Themen einzubringen.