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Georgia Ramon in Bonn-Oberkassel: Schließung Ende 2019

Schokoladengeschäft Georgia Ramon : Chocolaterie in Oberkassel schließt zum Ende des Jahres

Das Oberkasseler Fachgeschäft „Georgia Ramon“ zieht Konsequenzen aus einem Dauerstreit mit Nachbarn und schließt zum Ende dieses Jahres die Chocolaterie an der Königswinterer Straße in Oberkassel.

Im „Georgia Ramon – Chocolaterie & Café“ genießen die Kunden eine Trinkschokolade, probieren eine der ausgefallenen Schokoladensorten oder stellen sich ihre Wunschkombination aus Pralinen zusammen – „einmal Tonka, einmal Chilli, einmal Himbeer-Marzipan“. Direkt hinter der Theke entstehen die schokoladigen Kreationen. Georg Bernardini und seine Partnerin Ramona Gustmann befüllen Formen mit flüssiger Schokolade und sortieren die fertigen Pralinen in die edlen Verpackungen ein.

Es sind die letzten Pralinen und Dragees, die in diesen Räumen hergestellt werden, denn an Weihnachten ist Schluss. „Ich finde das so schade, dass Sie schließen, Sie sind wirklich das beste Schokoladengeschäft weit und breit!“, oder: „Das war eine Bereicherung für Oberkassel!“, drücken die Stammkunden gegenüber den Inhabern ihr Bedauern aus. Denn während die Marke Georgia Ramon und die Herstellung der preisgekrönten Tafeln weitergeführt werden, schließt der Laden mit integriertem Café zu Weihnachten seine Pforten.

Neben den drei Arbeitsplätzen geht Oberkassel damit auch ein ganz besonderer Treffpunkt für Genießer verloren. Um Gerüchten vorzubeugen, haben Bernardini, Mitgründer von Confiserie Coppeneur, und Gustmann die Gründe für die Schließung in einem Aushang offengelegt. Nach einem Mieterwechsel vor zwei Jahren häuften sich demnach die Beschwerden wegen Lärmbelästigung. Trotz aufwändiger Schalldämpfungsmaßnahmen in den Produktionsräumen und schließlich dem Teil-Umzug nach Siegburg, nahmen die Beschwerden nicht ab, fokussierten sich später jedoch auf den Vorwurf der Geruchsbelästigung.

Steigender Umsatz seit 2015

Der enorme logistische Aufwand beim Betreiben der beiden Produktionsstätten sowie die nicht abebbenden Streitereien mit dem Nachbarn führten schließlich zu dem Entschluss, den Laden in der Königswinterer Straße aufzugeben. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, kommentiert Gustmann die letzten Monate. „An Umsatz, Kundenanzahl und Leidenschaft hat es nicht gemangelt.“ Seit der Eröffnung am 30. Mai 2015 seien die Umsätze kontinuierlich gestiegen. Der Plan, die Oberkasseler im eigenen Laden für die hochwertige Schokolade von Georgia Ramon zu begeistern,  ging auf.

„Wir von der Werbegemeinschaft Oberkassel (WOK) bedauern es sehr, dass Georgia Ramon Oberkassel verlassen wird. Die Schokoladerie war ein Aushängeschild für Oberkassel!“, äußert sich der Vorsitzende der WOK, Oliver Lohr. „Der Vermieter hat viel unternommen, um den Sachverhalt zu schlichten, und möchte natürlich, dass alle Parteien glücklich sind. Laut meiner Information sind alle Maßnahmen getroffen worden, um alle Belästigungen seitens der Schokoladerie zu beseitigen“, so Lohr weiter.

Schokolade wird selbstgemacht

Während die Schokoladentafeln der Marke an Fachhändler in der ganzen Welt verkauft werden, wurden viele Schokoladenprodukte, wie zum Beispiel Pralinen und Hohlfiguren, fast ausschließlich für den Laden produziert. All diese Produkte werden bis zum Jahresende ausverkauft und danach nicht mehr hergestellt. Die Tafeln, die in Zukunft nur noch in verschiedenen Feinkostläden in der Bonner Region oder online gekauft werden können – erhältlich in originellen Geschmacksrichtungen wie „Bio-Kürbis & Curry“ oder „Bio-Pistazien vegan“ – erfreuen sich bei Schokoladenkennern auf der ganzen Welt großer Beliebtheit.

Das Geheimnis? Die Schokolade ist wirklich selbstgemacht, „von der Bohne weg“, wie man im Schokoladenhandwerk sagt. Während andere Hersteller Schokolade aufkaufen und daraus eigene Tafeln gießen, verfolgt Georg Bernardini das nachhaltige Konzept „Bean to Bar“: „Wir kaufen die Kakaobohnen und machen daraus unsere eigene Schokolade, daraus stellen wir dann die Produkte her.“

Das A und O ist laut Bernardini der Verzicht auf Aromastoffe und die Auswahl der Kakaobohnen. Für den passionierten Chocolatier Bernardini ist die Qualität der Produkte eine Herzensangelegenheit. „Das ist ein Schokoladen-Nerd“, schmunzelt ein Kunde, „der fährt wirklich zu den Plantagen!“.