Ledenhof und Adelheidisstift: Gemeinsam geht Vieles leichter

Ledenhof und Adelheidisstift : Gemeinsam geht Vieles leichter

Sie sind seit Jahren Nachbarn, kennen sich aber so gut wie gar nicht. Das soll sich jetzt ändern. Das Heilpädagogische Heim Ledenhof des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) und das Adelheidisstift der Cellitinnen haben eine Kooperation zur Vernetzung der Interessen vereinbart.

Den Auftakt für das gemeinschaftliche Handeln bildet ein Besuch der Bundeskunsthalle. Am Dienstag, 29. November, werden Senioren gemeinsam mit Behinderten und den jeweiligen Betreuern die Rhein-Ausstellung besuchen. „Das Thema passt sehr gut, weil beide Gruppierungen ein tiefes Heimatgefühl verspüren. Und der Rhein spielt ja bekanntlich für viele Vilicher eine wichtige Rolle“, erklärte Brunhilde Kluth, Leiterin des Seniorenhauses in der Adelheidisstraße.

Kluth und Michael Heine, Quartiersmanager des Ledenhofs, sind die „Eltern“ des Kooperationsprojekts. „Sowohl für einen Ort wie Vilich als auch für unsere Kundschaft ist es von Bedeutung, dass sich die Akteure und Institutionen im Dorf vernetzen. Wir können alle von einander profitieren“, sagte Heine. Und Kluth ergänzte: „Es existieren auch Berührungsängste zwischen Senioren und Behinderten. Das wissen wir schon lange, haben uns aber bislang noch nie bemüht, diese Sorgen abzubauen.“

Und da die Teilhabe am öffentlichen Leben für Behinderte und Senioren gleichermaßen wichtig ist, um Lebensfreude und -mut zu generieren, führt man ab jetzt beide Gruppen vorsichtig aufeinander zu.

Eine weitere Möglichkeit, um miteinander etwas zu unternehmen, bietet das Orchester des Stifts. Dort spielen bislang nur Senioren auf Rhythmus-Instrumenten und geben sogar kleine Hauskonzerte. „Das Musizieren eignet sich auch für Menschen mit Behinderung, weil Musik Menschen inspiriert und verbindet“, betonte Brunhilde Kluth, die seit 2009 das Adelheidisstift mit seinen 100 Mitarbeitern leitet.

Als drittes Projekt haben beide Institutionen für 2017 ein gemeinsames Sommerfest vereinbart. Mit einer ähnlichen Zusammenarbeit hat das „Projekt mitten im Leden“ bereits in diesem Jahr gute Erfahrungen gemacht. Auf dem Ledenhof fand ein derartiges Fest gemeinsam mit der Jugendeinrichtung Haus Michael aus Schwarzrheindorf statt. Und wenn das gemeinsame Sommerfest ein Erfolg sein sollte, dann will man als nächsten Schritt ein Stadtteilfest in Vilich mit ganz vielen Akteuren auf die Beine stellen.

Laut Quartiersmanager Heine beginnen im ersten Quartal 2017 auf dem Ledenhof die Abrissarbeiten. Im Laufe der nächsten vier Jahre wird auf dem drei Hektar großen Gelände an der Stiftsstraße von dem Investor Bonava (ehemals NCC) ein inklusives Wohnquartier mit 300 Wohneinheiten errichtet. 50 Menschen mit Behinderung werden in dem Quartier ein neues Zuhause finden. „und deshalb ist es wichtig, dass wir rechtzeitig mit der Öffnung des Ledenhofs hin zum vielschichtigen Ortsteilleben beginnen“, sagte Michael Heine.

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