Pfarreiengemeinschaft Am Ennert: Freude und Sorge über Neuanfang in Beueler Gemeinde

Pfarreiengemeinschaft Am Ennert : Freude und Sorge über Neuanfang in Beueler Gemeinde

Die Pfarreiengemeinschaft Am Ennert verabschiedet ihre indische Patres. Bald kommen dann neue Seelsorger - was die Gemeindemitglieder allerdings mit gemischten Gefühlen sehen.

Applaus im Gottesdienst, viele herzliche Worte und Geschenke zum Abschied: In der Pfarreiengemeinschaft Am Ennert lässt man die indischen Karmeliter-Patres Tijo, George und Pious nur schweren Herzens gehen. Und deshalb war das Pfarrfest der Holzlarer Christ-König-Gemeinde der richtige Anlass, um sie zu verabschieden – auch wenn sie noch einige Zeit bleiben werden.

Das Fest wurde am Samstagabend mit dem Gottesdienst eingeläutet, dem auch Weihbischof Ansgar Puff und Stadtdechant Wolfgang Picken beiwohnten. Für Pfarrverweser Pater Tijo waren die vier Jahre, in denen er und die beiden anderen Ordensbrüder am Ennert tätig waren, eine gelungene Zeit, in der einiges erreicht wurde. Aber sie war auch „geprägt von Härten und Fehlentscheidungen“, für die er um Entschuldigung bat.

Für ihn, erklärte Pater Tijo nach dem Gottesdienst, war die Stelle als leitender Pfarrer eine neue Herausforderung. „Leitung ist viel Verwaltung. Das war manchmal schwer für mich.“ Er habe in der Pfarreiengemeinschaft aber viel Unterstützung bekommen. Seine Stärke sei eher die Seelsorgearbeit. Die kann er an seiner neuen Stelle als Subsidiar in der katholischen Gemeinde Köln-Dünnwald/Höhenhaus ausüben – ohne den Verwaltungsdruck.

Jetzt kommt also ein weiterer personeller Umbruch auf die Katholiken am Ennert zu, zusätzlich zur Umstrukturierung der Bonner Pastorale in fünf Sendungsräume. „In Bonn ist man auf einem guten Weg, wie man sich für die Zukunft aufstellt“, so Puff. Picken bedauerte, dass mit den indischen Patres auch die deutsche Zentrale des Karmeliterordens aus Pützchen weggeht. „Das ist ein Männerorden, der mehr als 30 Jahre hier war. Für Bonn ist das ein Verlust. Ich hätte sie gerne gehalten.“

Mehr Arbeit für die Gemeindemitglieder?

Nachher wurde vor der Kirche gefeiert, unter anderem mit indischem Buffet und Live-Musik der Rabbit Tail Jazz Band Bonn. Das Pfarrfest am Sonntag war ein lebhafter Mix aus Chor- und Bandmusik, Tanzaufführungen und viel Kinderunterhaltung von Rollerparcours und Cocktailmix-Station über Bastelstation und Kasperletheater bis zu Menschenkicker und Ponyreiten. Zwischendurch sprachen viele über die neue Situation.

„Es ist traurig, wenn man sich gerade an jemanden gewöhnt hat“, sagte Nicole Stangier. Die vielen Wechsel der vergangenen Jahre seien in der Gemeinde schon sauer aufgestoßen. Mehr Stabilität hätte sich auch Renate Mohr-Lehnen gewünscht. „Ich befürchte, dass das Gemeindeleben in den drei Pfarrgemeinden darunter leidet.“

Jetzt komme mehr Arbeit auf die Gemeindemitglieder und die Gremien zu, meinte Stangier. Während das bei ihr wie eine Befürchtung klang, sahen Ute Gantenberg und Nina Steltenkamp darin eine Chance. Zum Beispiel in der Ausbildung von 15 Wort-Gottes-Feier-Leiterinnen. Man merke, dass die Laien künftig mehr dürfen, meinte Steltenkamp, die mit ihrer Familie vor einem Jahr nach Holzlar zog.

„Wir werden nicht mehr drei Leute für die drei Gemeinden haben“, sagte Gantenberg. „Wenn wir weiterhin zur Kirche gehören und Kirche leben wollen, müssen wir etwas tun. Denn wir sind Kirche.“

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