Frauengemeinschaft Villip, Villiprott, Pech und Holzem: Frauen reichen Flamme des Lebens weiter

Frauengemeinschaft Villip, Villiprott, Pech und Holzem : Frauen reichen Flamme des Lebens weiter

Die katholische Frauengemeinschaft Villip, Villiprott, Pech und Holzem blickt dieses Wochenende auf eine hundertjährige Geschichte zurück.

Los gingen die Feierlichkeiten bereits am Donnerstag mit einem Begegnungsabend im Pfarrheim der Kirche St. Simon und Judas Thaddäus zum Thema "Frauen - gestern - heute - morgen", der die Frauenskulpturen der Bildhauerin Elisabeth Perger zum Thema hatte. Den Höhepunkt bildet die Festmesse am heutigen Samstag.

Seinen Ursprung hat die Frauengemeinschaft im "Verein christlicher Mütter unter dem Schutz der heiligen Monika". Mittlerweile ist sie Teil der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), die wiederum aus Gebetsgemeinschaften christlicher Frauen in Frankreich entstand. Mit im Gepäck hatte die Geschäftsführerin des Diözesanverbands Köln der kfd, Ursula Sänger-Strüder, am Donnerstag Pergers Frauenskulpturen.

Über deren Geschichte wusste Sänger-Strüder bestens Bescheid: Im Februar 2012, anlässlich seines 95. Geburtstags, überlegte der Diözesanausschuss im Erzbistum Köln, ein Zeichen für Frauen zu setzen. Es sollte das Pendant zu den symbolisch eindeutig männlichen Stelen darstellen, die das Bistum anlässlich seines Jubiläums im Generalvikariat Köln aufstellen ließ. Das Kunstwerk soll an die oft zu wenig gewürdigte Verantwortung erinnern, die Frauen in der Kirche tragen.

Perger wurde beauftragt und entwickelte die Idee, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von je einer Frau repräsentieren zu lassen. Entstanden sind drei dynamische Frauenfiguren, die als Symbol des Lebens eine goldene Flamme weiterreichen. Links die Vergangenheit, klein und gedrungen, eine alte Frau. Sie reicht das Feuer weiter in die Mitte, an die Gegenwart, die groß und fest verwurzelt mitten im Leben steht. Auch sie reicht das Feuer weiter, nach rechts, an die Zukunft, die beschwingt ins Unbekannte davonschreitet.

Das Orange der Frauen harmoniert mit dem Türkis des Hintergrunds. Ihre Oberfläche ist nicht glatt, sondern eingekratzt, Muster zieren ihre Gewänder. Das Werk soll stets frei stehen, denn die Frauen sind auf der Durchreise, im Wandel der Zeit. Damit repräsentieren sie auch die Geschichte der kfd. Einige Namen von wichtigen Persönlichkeiten, zum Beispiel Wilhelmine Schumacher-Köhl, die erste weibliche Vorsitzende der kfd, sind an den Rand der Skulpturen geschrieben.

Die Figuren können noch bis Dienstag, 1. September, besichtigt werden. Zum Festgottesdienst am heutigen Samstag um 18.30 Uhr, der vom Villiper Kirchenchor musikalisch gestaltet wird, lädt die kfd herzlich ein.

Eine kraftvolle Gemeinschaft

"Frauen - gestern - heute - morgen" - so lautet die Überschrift zu einer Frauenskulptur der kfd, die bis zum 1. September in der Villiper Kirche St. Simon und Judas Thaddäus zu sehen ist. Frauen - gestern - heute - morgen, so könnte auch das Leitwort zum 100-jährigen Bestehen der katholischen Frauengemeinschaft Villip, Villiprott, Pech und Holzem lauten. Seit 100 Jahren ist sie Teil der katholischen Kirche in Wachtberg und im Leben der Pfarrgemeinde tief verwurzelt. Frauen eine geistliche Heimat zu bieten und, wie es das Leitbild der kfd ausdrückt, miteinander "leidenschaftlich glauben und leben", ist das erklärte Ziel, das sich in vielen Aktivitäten und Begegnungen widerspiegelt.

Die kfd Villip, Villiprott, Pech und Holzem ist mit 167 Mitgliedern nach wie vor eine kraftvolle Gemeinschaft, ein Frauenort , der über das Heute hinaus auch das Morgen für Frauen Kirche und Gesellschaft mitgestalten möchte. Die Ortsgruppe gehört dem größten Frauenverband Deutschlands an. Das Leitmotiv des Verbandes lautet zurzeit "Frauen - Macht - Zukunft" , das bei "Equal-Payday" , Mütterrente, Gleichberechtigungsthemen zum Tragen kommt und schon einiges bewirkt hat. Begangen wird das Jubiläum mit einem Empfang nach dem Festgottesdienst am Samstag ab 19.30 Uhr im Pfarrheim.

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