Kommentar zu Landwirtschaftskammer Roleber: Floskeln statt Fakten

Kommentar zu Landwirtschaftskammer Roleber : Floskeln statt Fakten

Nicht zu glauben: Bonn braucht händeringend neue Wohngebiete, und die Stadt weiß seit dem Jahr 2012, dass die Landwirtschaftskammer in Roleber auszieht und man hier neuen Wohnraum schaffen könnte. Trotzdem liegen bei dem Projekt bisher nur wenige Fakten auf dem Tisch.

Bislang haben Bürger und Politik nur eine vorbereitende Untersuchung der Stadt als Diskussionsgrundlage. Diese Untersuchung schlummerte zwei Jahre in einer Schublade des Planungsamts und gelangte erst im Herbst in die Öffentlichkeit. Dazu ein bisschen Planer-Lyrik über die allgemeinen Ziele, Zwecke und Wege, wie das Bauvorhaben umgesetzt werden könnte. Das ist im Laufe von fünf Jahren seit Bekanntwerden des Kammerumzugs einfach zu wenig.

Wenn nun der Dörnröschenschlaf in den Kammergebäuden einzieht, ist niemandem damit geholfen. Auch nicht Vertretern des Bürgervereins, die sich am liebsten wünschen, dass das ganze Gebiet frei von Bebauung bleibt und sie weiter den unverstellten Blick aufs Siebengebirge genießen können. Solche Wünsche sind realitätsfremd. Auch sie werden irgendwann ihren eigenen Kindern erklären müssen, warum sie keine Wohnung in Bonn finden.

Der „Beueler Treff“ des GA hat gezeigt, dass die Fronten zwischen Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und Kammer verhärtet sind. Die Stadtverwaltung hatte die Chance, vor 300 Bürgern für ihre Ideen zu werben und Vertrauen bei den Verhandlungspartnern zu erzeugen. Diese Chance hat sie willentlich nicht genutzt. Stattdessen präsentierte sich die Stadt wenig kooperativ, bisweilen bockig in der Beantwortung der Bürgerfragen und verwies mehrfach auf ihre eigene Veranstaltung zwei Tage später. Transparenz und praktizierte Zusammenarbeit sehen anders aus.

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