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Lange Trockenheit: Feuerwehr gießt die Bäume in Bonn

Lange Trockenheit : Feuerwehr gießt die Bäume in Bonn

Normalerweise rückt die Feuerwehr zu Bränden und Unglücken aus. In Bonn hilft sie nun dem Amt für Stadtgrün: Wegen der anhaltenden Trockenheit müssen viele Bäume gewässert werden. Auch die Bürger sind aufgerufen, das öffentliche Grün zu wässern.

Normalerweise löscht die Bonner Berufsfeuerwehr Brände, kommen Autofahrern bei Verkehrsunfällen zu Hilfe und sind zur Stelle, wenn ein Unwetter wieder besonders schlimm gewütet hat. Seit zwei Wochen haben die Wehrleute aber eine neue und ebenso wichtige Aufgabe: Sie sind für die Stadt Bonn im Gießeinsatz und bewässern Bäume im gesamten Stadtgebiet, damit diese die Dürreperiode einigermaßen gut überstehen. Natürlich steht auf dem Gießplan auch der Stadtbezirk Beuel, am Dienstag konnten Passanten die Retter beim Gießen am Rheinufer beobachten.

„Unser Einsatz geht auf ein Amtshilfeersuchen seitens des Amtes für Stadtgrün zurück“, erklärte Feuerwehrsprecher Frank Frenser. Die Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün sind seit der Hitzeperiode vermehrt mit Wasserwagen im Einsatz, wofür andere Arbeiten zurückgestellt worden seien, teilt die Verwaltung mit. Allerdings komme das Amt mit dem Gießen nicht mehr hinterher, weshalb nun die Feuerwehr um Hilfe gebeten wurde, so Frenser. „Wir haben einen Plan bekommen, welche Bäume gewässert werden müssen, die fahren wir systematisch ab. Es beteiligen sich die Wachen 1, 2 und 3“, so Frenser. Jeder Baum müsse knapp 100 Liter Wasser erhalten, damit er ausreichend gewässert sei.

Wenn morgens um sieben Uhr der Wachwechsel vollzogen ist und die Fahrzeuge alle technisch überprüft sind, macht sich die Besatzung eines Löschfahrzeuges auf den Weg und bewässert die Bonner Bäume. „Während des Gießeinsatzes sind wir stets für andere Einsätze abrufbar. Wir leeren beim Gießen auch nie unseren Tank ganz, sondern lassen immer so viel Wasser drin, dass wir auch noch zu Löscheinsätzen können“, so Frenser. In diesem Jahr sei der Gießeinsatz der Feuerwehr deutlich intensiver und aufwendiger, weil er sich über das gesamte Stadtgebiet erstreckt.

Nicht volle Leistung abrufen

Die Feuerwehrleute gehen bei ihrem Einsatz dabei sehr behutsam vor. Denn die volle Leistung ihrer Löschsysteme können sie nicht abrufen, weil sie mit dem harten Wasserstrahl die Bäume schädigen könnten. „Wir lassen daher das Wasser eher auf die Stämme und das Wurzelwerk tröpfeln“, so Frenser. Der Einsatz sei in diesem Jahr auch intensiver als im vergangenen Sommer. „Im vergangenen Jahr waren wir nur punktuell eingesetzt und haben einzelne Bäume gegossen“, sagte der Feuerwehrsprecher. Nun sei der Gießplan breiter gefächert. Er rechnet damit, dass die Feuerwehr Bonn auch noch in den kommenden Tagen gießen wird.

Indes bittet die Stadt Bonn die Bürger um Wasserspenden. „Jeder Eimer Wasser hilft, die Trockenperiode zu überstehen. Zwar benötigen alte Bäume mindestens 500 Liter, damit das Wasser die Wurzeln wirklich erreicht. Trotzdem hilft das Wässern zumindest der schützenden Unterpflanzung, und somit indirekt auch den Bäumen“, erklärt Amtsleiter Dieter Fuchs. „Besonders junge Straßenbäume leiden unter dem Wassermangel, weil sie noch nicht genügend Wurzeln ausbilden konnten, um im Boden gespeichertes Wasser zu erreichen.“

Der Boden sei durch die Hitze derzeit sehr hart. Deswegen empfiehlt das Amt für Stadtgrün, die Erde erst etwas anzufeuchten und dann nachzugießen, damit das Wasser nicht wegläuft. Wichtig sei es, dass die Bonner nicht nur an die Bäume denken, sondern auch Sträucher und Fassadengrün.